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Die Meeresschildkröten von Margarita

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Gegen Mitternacht erreicht eine Meeresschildkröte zur Eiablage den Strand von Playa El Agua, Margarita. Langsam zieht sie ihr Gewicht von etwa 100 Kilo über den Strand auf Flossen welche besser zum Schwimmen als zum Kriechen geeignet sind, hin zu einem Platz welcher etwa 50 Meter vom Wasser entfernt ist. Erschöpft und keuchend ruht sie aus, dann beginnt sie mit der Arbeit, für die sie ihren Lebensraum verlassen hat. Mit ihren hinteren Flossen beginnt sie eine Mulde in den Sand zu graben. Immer wieder muss sie sich von der kraftraubenden Tätigkeit ausruhen. Die Schildkröte wird es trotz aller Anstrengungen nicht schaffen die Eiablage zu vollenden. Noch bevor sie die übliche Tiefe von etwa einem halben Meter erreicht, kriecht sie erschöpft aber entschlossen in ihr nasses Element zurück.

Vielleicht kommen sie wieder, einige Stunden später oder in der nächsten Nacht, zu einen weiteren Versuch, um den Lebenszyklus ihrer gefährdeten Arten zu inszenieren. Oder vielleicht laicht sie im Meer, wo ihre Eier nie ausgebrütet werden.

Das scheue Reptil wurde eindeutig gestört, keine Wunder, entlang des 4 Kilometer langen Strandes von Playa El Agua gibt es rund 50 Restaurants und sogar einige Discos. Die scheusten Arten kommen ausschließlich nachts an die Strände, an denen es kein künstliches Licht gibt. Selbst der kleinste Funke lässt sie nicht an Land kommen oder treibt sie sofort ins Meer zurück.

Von den 7 weltweit existierenden Meeresschildkröten gibt es in Venezuela 5 Arten, von denen 4 Arten jährlich zwischen April und Juli die Strände von Margarita zur Eiablage besuchen. Insgesamt besuchen sie 57 von den rund 75 Stränden und legen rund 350 Nester pro Jahr an. Jedes Exemplar kommt bis zu sieben mal pro Jahr auf die Insel. In unserem Fall reden wir von der größten und unsensensibelsten Art, der Cardon Meeresschildkröte welche allein am Strand von Playa El Agua jedes Jahr 120 bis 130 Nester baut.

Pedro Vernet, Biologe und Gründer der Arbeitsgruppe zur Rettung der Meeresschildkröten von Margarita „GTTM“ erklärt, dass die Cardon Schildkröten die einzigen sind, welche auch bei künstlichem Licht an Land kommen, einige wenige sogar bei Tageslicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass das Licht sie nicht stört, ganz im Gegenteil. Die Tiere legen ihre Eier oft zu nah am Wasser, zu weit entfernt vom Wasser oder graben nicht tief genug weil sie durch das Licht desorientiert sind.

Pedro studiert die Schildkröten seit fast 20 Jahren. Seit 13 Jahren setzt er sich zusammen mit den 12 Mitgliedern seiner Arbeitsgemeinschaft und rund 100 Freiwilligen hier auf Margarita intensiv zur Rettung der Tiere ein. In Playa el Agua, wie auch an anderen Stränden hat die Arbeitsgemeinschaft ein so genanntes informelles Informationsnetz aufgebaut. Es handelt sich dabei um zumeist Freiwillige, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben die Strände Nacht für Nacht abzulaufen, existierende Nester vor Dieben zu schützen oder gegebenenfalls jemanden von der Arbeitsgemeinschaft zu informieren, wenn eine Schildkröte an den Strand kommt oder wenn die Jungen Tiere zu schlüpfen beginnen.

Guillo, der Nachtwächter eines Restaurants am Strand ist mittlerweile der Koordinationleiter des Netzwerkes. Er erzählt das Jahr für Jahr, genau vor seinem Arbeitsplatz die selbe Cardon ihre Eier ablegt. Sie wird von ihm liebevoll, la gorda (die Dicke )gennant.

Aber was passiert denn genau, wenn eine Schildkröte zur Eiablage an den Strand kommt ? Sobald man sie entdeckt , wird jemand von der Arbeitsgemeinschaft gerufen und es wird sicher gestellt, dass sich jeder vor Ort und Stelle richtig verhält. Keine lauten Geräusche, keine Taschenlampen oder Feuerzeuge und niemand darf zu nah an das Tier herantreten. Nachdem das Tier die Eiablage beendet hat, wird es vermessen und markiert und man stellt sicher, dass es heil zurück ins Meer kommt. Danach wird festgestellt, ob das Nest an einem idealen Ort gelegt wurde. Sollte das nicht so sein, dann werden die Eier ausgegraben und zumeist am selben Strand an einem idealen Brutplatz wieder eingegraben. Dann wird das Nest durch einem Zaun geschützt.

Wenn dann die Jungen schlüpfen, werden sie bis ins Meer getragen da die kleinen unmittelbar nach Geburt sich wieder vom künstlichen Licht desorientieren lassen und alleine nicht ins Wasser finden.

Pedro Vernet, hat es mit seiner Arbeitsgemeinschaft, in den letzten 13 Jahren geschafft den Prozentsatz der Geburtenrate von Meeresschildkröten auf Margarita von damals 25% auf heute sage und schreibe 87 % anzuheben !!!!!!! Er meint, dass gerade Dank der nächtlichen Präsenz, speziell von Guillo dem Nachtwächter und andere seiner Kollegen, die Nester besser gegen Diebstahl geschützt sind. Vor der Entwicklung des Turismus auf Margarita landeten die meisten abgelegten Eier und auch die Tiere in den Kochtöpfen der Margariteños – das ist heutzutage anders. Es stimmt zwar, dass man noch weit davon entfernt ist ideale Bedingungen für die Tiere geschaffen zu haben. Aber die Zahlen beweisen das Pedro, Guillo und alle anderen Beteiligten schon viel erreicht haben und hoffentlich für immer so weiter machen werden.

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