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Kolumbien: Nuqui – mein Paradies

24. Okt 2008Allgemein 7 Kommentare

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– Über den kolumbianischen Pazifik, seine Magie und seine Menschen –
„Ni-kol!“ Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht empfängt mich Pozo am Flugplatz von Nuqui…. und mit ebenso großer Freude (es passt eine Banane quer in meinen Mund) umarme ich unseren Abholer.

Pozo heisst Pfütze oder Tümpelchen. Er wurde so genannt, weil er als Kind eben in diesem immer herumhüpfte und es liebte mit Wasser zu spritzen. Ehrlich gesagt, weiss ich gar nicht wie Pozo mit bürgerlichem Namen heisst – Pozo ist einfach Pozo – ein Unikat!

Schon beim Anflug auf Nuqui bin ich ganz aufgeregt. Ich fliege erst zum zweiten Mal dorthin, kann es aber kaum abwarten, dass nach 45 Minuten Flug endlich die Wolken aufreißen und die Farben des Pazifik zu sehen sind. Wie Busfahren in der Luft ist es mit der kleinen Propellermaschine – dieses Abenteuer müssen wir bestehen, um ins Paradies zu gelangen, denn Straßen nach Nuqui gibt es nicht. Das Fortbewegungsmittel Nr. 1 in der 3700-Seelen Stadt ist deshalb das Boot.

Die letzten 15 Minuten fliegen wir über dichten Urwald. Noch versuche ich diese eindrucksvolle Landschaft zu begreifen … und schon sitze ich neben Pozo im Boot auf dem Weg zu unserer Lodge „El Cantil“. Meine Kollegin Anke und ich haben uns spontan für die absolute Erholung am langen Wochenende entschieden. Traumhafte Idee!

Nach ein paar Minuten Fahrt entlang der Pfahlhäuser des Ortes, von denen manche aussehen, als würden sie bald wie Kartenhäuser zusammenfallen, kommen wir an eine Militärstation, an der wir uns anmelden müssen. Auf einem Steg stehen 2 Soldaten, die unsere Nationalitäten und unsere Aufenthaltsdauer notieren. 2 weitere sitzen – lässig mit Sonnenbrille – in einem Boot, sonnen sich und freuen sich sichtlich über die 2 „monas“ (blonde Mädels).

Ein paar Jungs toben auf dem Steg. Wie eine Horde wild-gewordener Flöhe – ob mit oder ohne Badehose – alle hüpfen und schubsen sich gegenseitig vom Steg ins Wasser und jagen sich wieder heraus. Ob sie auch alle Pozo heissen?  Als sie uns sehen, bedecken sie gewisse Körperteile mit ihrer Hand und kichern, wie kleine Mädchen. Dieses lustige Treiben könnten wir uns den ganzen Tag lang anschauen, aber natürlich möchten wir auch weiter.

Die Fahrt in der „lancha“ ist mindestens so aufregend wie der Flug. Das Boot hüpft über türkisblaue Wellen, vorbei an einsamen Palmenstränden. Der Urwald reicht bis zum Meer – wir könnten uns quasi über Lianen von einer Palme zu anderen und ab ins Wasser schwingen. 🙂 Die Sonne glitzert auf dem Wasser, das warme Meerwasser spritzt uns ins Gesicht und wir können gar nicht aufhören vor Freude zu Grinsen.

Nach einer Stunde Fahrt lenkt Pozo unser Boot an die Anlegestelle von El Cantil. Betty, Nena (2 der Köchinnen) und Eduardo (Pozos Bruder) warten schon auf uns und empfangen uns ebenso herzlich und freudig wie Pozo. „Tanzen wir wieder?“ fragen sie mich ganz aufgeregt. Dank meiner Gruppe, die ich im Februar als Reiseleiterin begleitet habe, bin ich allen noch so gut im Gedächtnis geblieben. Pozo und ich hatten eine Feier mit Rum, Chips und Musik organisiert! An einem Ort, an dem es nur von 19 – 22 Uhr Strom gibt – gar nicht so einfach. Dann haben wir noch die Militärs vom Stützpunkt nebenan eingeladen und mit ihnen getanzt. Das haben sie also nicht vergessen! Ich auch nicht. 🙂 Der Anblick der Militärs mit ihren riesigen Waffen und den Gummistiefel, trotz derer sie ihre Hüften weitaus besser bewegen konnten als wir – oh mann, das werde ich so schnell nicht vergessen.

Am Abend weiht mich Nena ein bisschen in ihre Kochkünste ein – darauf war ich so gespannt. Könnt ihr euch vorstellen, wie „Oberhitze“ auf pazifisch funktioniert? Man nehme eine Schüssel mit Lasagne, lege eine Metallplatte drüber und mache ein Feuer auf dieser – so bekommt die Fischlasagne eine leckere Kruste. Mhhhhhm…..

Hängematten laden zum Baumeln ein, besonders mit einem Blick auf den Palmenstrand, die kleinen Strandläufer und Krebse. Die Geräusche der Wellen und das Singen der Vögel schaffen uns Entspannung pur…. und so verbringt Anke den ganzen Tag in der Hängematte. Sie baumelt Limonade-schlürfend vor unserer Cabana und schaut bis zum Sonnenuntergang mit roten und lilafarbenem Himmel immer Richtung Strand – ein Paradies auf Erden.

Auch wenn ich diesen Ausblick und die Entspannung in der Hängematte ebenfalls genieße, zuckt es mich aber auch schon bald in den Beinen: Ich muss etwas tun – und so machen wir eine 1-stündige Wanderung am Strand entlang. Auf dem Weg treffen wir Kinder, die Fussball spielen. Eine unbeschwerte Kindheit!? Die Kleinen freuen sich, als wir sie fragen, ob wir sie fotografieren dürfen – lassen sich aber gar nicht aus dem Konzept bringen und spielen weiter.

Wir erreichen Termales, ein Dörfchen mit 200 Einwohnern, das mich schon bei meinem ersten Besuch sehr überraschte, weil es bei seiner Armut doch so ordentlich und gepflegt ist. Viele der Menschen hier können nicht lesen und schreiben. Die meisten der Kinder gehen bis zur 5. Klasse zur Schule – danach müssten sie nach Nuqui, aber das können sich natürlich viele Familien, die hauptsächlich vom Fischfang leben, nicht leisten.

Wieder werden wir von Bekannten überschwänglich begrüßt – ein einzigartiges Gefühl, es ist wie „nach Hause kommen“. Als wir in den heißen Quellen von Termales sitzen, kommen 2 kleine Mädchen, die uns Süßigkeiten aus Kokos verkaufen möchten, aber das Wasser ist interessanter und so dauert es nicht lange, bis beide samt ihrer Kleidung mit uns im heißen Nass schwimmen. Wir hüpfen zusammen immer wieder vom Rand ins Wasser, tauchen und schmieren uns gegenseitig mit dem grünen Stein ein, der verjüngend wirken soll. 😉 Schwer zu sagen, wer mehr Spass hat: Anke und ich oder die Mädels – egal! Es ist ein toller Vormittag, den wir mit einigen anderen Kindern, einer Brause und Chips abschließen.

Die Menschen hier sind etwas ganz Besonderes für mich: sehr zurückhaltend, aber voller Freude und guter Laune. Eduardo und Pozo beeindrucken mich sehr, wenn ich sehe, wie sie lesen üben (mit den Gästebüchern von El Cantil) und Pozo mit der Hilfe des Taschenrechners die Abschlussrechnung schreibt. „Bien, bien“ und ein breites Grinsen sind die stetige Antwort von Pozo, wenn wir ihn nach seinem Befinden fragen.

Am letzten Tag dann noch der Höhepunkt: Wir sitzen beim Mittagessen, als Pozo auf einmal vom Bootsanlegeplatz schreit: Baaaaaaaaaaalleeeeeeeeeeeeeenas!!!! (Wale!) und tatsächlich: wie Raketen schießen die riesigen, beeindruckenden Tiere aus dem Wasser und lassen sich auf die Wellen platschen… und das, obwohl die Saison schon zu Ende ist.  Während Pozo das Boot fertig macht, damit wir näher ran können, stopfen wir unser Mittagessen in uns herein und hetzen aufgeregt zum Boot.

Leider sehen wir sie nach ihren Sprüngen nicht mehr, aber sie werden wieder kommen – genau wie ich!

Auf unserer viActive Kolumbien Reisekönnt ihr dieses kleine Paradies selber entdecken.

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7 Antworten auf “Kolumbien: Nuqui – mein Paradies”

  1. Miguel sagt:

    Nuquí und speziell die Bucht von El Cantil sind wirklich ganz besondere Orte auf Erden. Welche, die immer so bleiben sollten.

    Aber so schön und paradisisch El Cantil auch ist, in meinen Augen sind es die Menschen dort, die es unvergeßlich machen.

    Ich bin schon ganz gespannt, was sie sich für unsere Gruppen einfallen lassen, die sowohl an Weihnachten und auch Neujahr dort sein werden.

    Sicher wird es mal wieder das Highlight der Reise sein!

  2. Nicole sagt:

    Hallo Markus,

    vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 Es freut mich, dass dir die Reise so gut im Gedächtnis geblieben bist – habe auch viel an unsere Solo-Nächte und die Party gedacht.

    Liebe Grüße aus Bogota

    Nicole

  3. Anki sagt:

    Mensch Nicole, das war echt eine deiner besten Ideen, dass wir so spontan nochmal nach Nuquí geflogen sind! 🙂 Es war einfach sooo schön! Liebe Grüße aus Medellin, Anke 🙂

  4. Petra Neubüser sagt:

    Hi Nicole,
    das hört sich alles sehr gut an. Hätte schon Lust, auf Deiner Reise im Februar dabei zu sein.
    Momentan geht es ab 17.11. erst einmal für 4 Wochen nach Südafrika, auch dieses Land liebe ich sehr.
    Wir werden in Kontakt bleiben, vielleicht kann ich ja auf Deiner nächsten Reise dabei sein, das Land würde mich schon sehr reizen.
    Bis dahin alles Gute, bleib gesund und munter
    liebe Grüsse
    Petra

  5. Petra B. sagt:

    Nuquí – einfach toll!
    Wir waren Ende Oktober mit unserem Reiseleiter Frank in Nuquí/El Cantil und hatten dort auch eine Menge Spaß mit Pozo. Ich kann Nicoles Schilderung von der Einmaligkeit der Natur und Herzlichkeit der Leute dort nur bestätigen! Diese Abgeschiedenheit von der Zivilisation, das Meeresrauschen verbunden mit den ganzen Tiergeräuschen tun einfach gut! Wir haben das Thermalbald bei strömendem Regen besonders genossen, um uns wieder aufzuwärmen und den Regenwald in ganz besonderer Atmosphäre zu genießen. Ganz in der Nähe haben wir noch eine Fledermaushöhle besucht. Und auch wir hatten das Glück trotz „Saisonende“ noch ein Paar Buckelwale im Meer vor unserer Unterkunft zu beobachten. Besonders gut gefallen hat uns auch die matschige 😉 Tour mit Tello zu den Giftpfeilfröschen und seine Erläuterungen zum Regenwald samt pfanzlichen und tierischen Bewohnern. Das Fisch-Essen in El Cantil war einfach wunderbar und die Köchinnen haben uns auch stets mit frischer Limo und Fruchtsalat verwöhnt. Die hohen Pazifikwellen luden zum Baden ein, die Hängematten zum Ausspannen… Wir können diesen Ort wirklich nur weiterempfehlen und hoffen sehr, nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein.

  6. Nicole sagt:

    Danke an beide Petras für die Kommentare 🙂
    Nuqui ist wirklich ein Paradies – ich kann es kaum abwarten einmal wieder ein paar Tage dort zu verbringen und würde mich freuen euch irgendwann (wieder) in Kolumbien begrüssen zu dürfen.

    Liebe Grüße aus Bogota
    Nicole

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