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Chile – Unvergessliche Momente im Casa de los Pinos – ein Erfahrungsbericht

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Centro Abierto Casa de los PinosEin halbes Jahr ist es schon her, seit ich Anfang 2010 meinen ersten Tag in Los Pinos verbracht habe. Mit viel Vorfreude, aber auch mit ein wenig Bammel sah ich der Herausforderung – drei Monate Volontariat in Chile – entgegen. Und plötzlich war es dann soweit: Ich saß im Flieger von Zürich über Madrid nach Santiago de Chile.

Ich erinnere mich noch genau an die ersten Momente und Eindrücke. Die heiße, drückende Luft des Hochsommers in Santiago, der klapprige violette Bus, der mich vor dem Gittertor des Los Pinos absetzte und die vielen dunklen und neugierigen Kinderaugen, welche die ankommende Gringa musterten.

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Schon in den ersten Minuten erfuhr ich südamerikanische Offenheit und die lachenden Kinder machten mir den Einstieg ins Leben am anderen Ende der Welt leicht. Ganz so einfach war der Anfang nämlich nicht. Die zum Teil doch sehr große Armut gerade im Stadtviertel Los Pinos und die vielen schwierigen und harten Geschichten, die hinter so manchen Kinderaugen schlummerten, brachen mir manchmal fast das Herz.

Im Gegensatz dazu durfte ich auch extrem schöne Momente erleben. Wie zum Beispiel die strahlenden Gesichter zu sehen, wenn man die Uno-Karten aus dem Wandschrank zückte oder wenn man den halben Morgen Farben gespitzt hatte und die Kinder sich erfreut darüber her machten.

Die wöchentlichen Englisch-Stunden mit Tania, einer weiteren Volontärin, waren jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung für uns. Ruhig Sitzen? Fremdwort. Aufzeigen, um etwas zu sagen? Ebenfalls. Ach, und leise sein? Das sowieso nicht. Und dann war noch montags immer allzu viel Erzählbedarf nach dem Wochenende.

Fussball

Doch wir gaben nicht auf. Mit Spielen, Malen, Singen und Bewegung brachten wir dann doch einiges in die Köpfe der Kinder. Anfänglich war der Run auf unsere Englisch-Lektionen noch sehr verhalten. War es doch viel besser, bei der nächsten Runde Taka-Taka (Tischfußball) nochmals zu gewinnen, etwas zu zeichnen, Fußball oder die tägliche Runde Uno zu spielen. Als dann aber gegen Ende so viele Kinder kamen, dass wir nicht mehr alle nehmen konnten, und einige schon am Dienstag fragten, wann dann die nächste Stunde sei, war das echt ein tolles Gefühl.

Die Tías (Tanten) und Tíos (Onkel),  Luís, Raquel und Angelica waren in jeder Beziehung Gold wert. Hatte ich etwas auf dem Herzen, konnte ich sie immer fragen. Interessierte ich mich für aktuelle Geschehnisse im Land (besonders nach dem großen Erdbeben waren diese Informationen wichtig für das Verständnis der aktuellen Lage), dauerte die Kaffeerunde eben etwas länger. Oder wenn ich einfach mal Lust hatte zu erzählen, etwas zu erfahren oder etwas loszuwerden, sie waren immer da für mich.

Meine drei Monate vergingen blitzschnell. Unglaublich viele schöne Momente zierten die Zeit in Los Pinos. Zum Beispiel die große Show am Ende des Sommers, in der die Kinder zeigten, was sie so gelernt hatten, die vielen Besuche im Freibad und die erfreuten Gesichter, als endlich wieder Dienstag war und sie die Badehose schon am Morgen anziehen konnten, die endlosen Runden Uno und die tausenden von Puzzleteilen die wir gemeinsam gelegt haben.

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Manchmal war es auch schwierig, nicht nur, durch die kulturellen Unterschiede, sondern auch, weil man oft zusehen musste, wie die Kinder hungrig nach dem Wochenende ankamen.

Für mich persönlich waren es sehr wertvolle und lehrreiche Monate in Los Pinos, durch die mich viele herzliche Kinder und hilfsbereite und liebenswürdige Tías und Tíos begleiteten. Die lieben Tierchen, die meinen Haarboden ab und an kultivierten, zählten nicht gerade zu meinen Highlights. Aber zum Glück gab es auch in Santiago Läusekuren und Homöopathie. Eine tolle Zeit, die zu schnell verging, aber die Erinnerungen an den klapprigen, violetten Bus und die lachenden Kinder werden mich zeitlebens begleiten.

Anmerkung: Dieser Text ist der Erfahrungsbericht von Barbara Schnyder, die uns ein Quartal lang tatkräftig als Volontärin unterstützt hat. Hast du auch Interesse, das Casa de los Pinos zu unterstützen oder bist Neugierig geworden, auf ein entsprechendes Volontariat oder Praktikum? Dann schau doch einfach auf der Homepage von viSozial e.V. vorbei oder melde dich per E-Mail: info(at)mundo-visozial.org. Wir freuen uns auf Dich!

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