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Paradies in Gefahr: Megabauprojekt Hidroaysen in Chile

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pat2Wieviel ist uns die Erzeugung von Energie wert? Was wollen wir dafür aufs Spiel setzen? Diese Diskussion beschäftigt momentan besonders die Einwohner Chiles und aktuell wird sie weltweit wieder sehr intensiv geführt. In Chile sind 61% der Bevölkerung der Meinung, dass Umweltaspekte sowie gesellschaftliche und kulturelle Argumente einen Vorrang vor wirtschaftlichen Gründen haben sollten. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage zum Megabauprojekt Hidroaysen hervor.

Worum geht es genau? In Zahlen dreht es sich um 5.000 Hektar Wälder und Felder (entspricht ca. 10.000 Fußballfelder), die im entlegenen Patagonien geflutet werden sollen um an den Flüssen Baker und Pascua fünf große Wasserkraftwerke zu bauen.

Dieses, von dem internationalen Konsortium Hidroaysen betriebene Megaprojekt, soll die Energieversorgung des Landeszentrums, der Hauptstadt Santiago und seiner Nachbarschaft sichern. Hochspannungsleitungen sollen die Energie aus Patagonien über 2.000km bis nach Santiago transportieren. Dafür würde die längste Hochspannungsleitung der Welt gebaut werden. Die Leitung würde sich über komplexe geografische Zonen fressen, denn entlang der Strecke soll eine 100m breite Schneise abgeholzt werden. Für den Transport alleine werden somit weitere 23.000 Hektar, also mehr als das Vierfache der gefluteten Fläche, dem Projekt zum Opfer fallen.

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Quelle: Tumblr

Dies ist einer wachsenden Anzahl von Chilenen ein zu hoher Verlust und so protestieren sie wieder seit Wochen Nacht für Nacht gegen dieses Projekt. Das aus der Zeit der Militärdiktatur stammende Gesetz der Wasserrechte gibt Firmen Rechte, die wichtigsten Flüsse Chiles zu nutzen. Doch gerade den politischen Instanzen werfen die Chilenen Versäumnisse und mangelnde Transparenz bei der Handhabung des Projekts vor. Die geplante Bauzeit der Anlage liegt bei 12 Jahren. Viele fragen sich, ob die Regierung aus eigenen Interessen nicht schon von Anfang an auf dieses Projekt setzte.  Es wird spekuliert, dass Studien über die Umweltverträglichkeit des Baus entgegen geltenden Vorgaben beeinflusst wurden. Um die Rechtmäßigkeit dieser Studien zu prüfen wurde nun eine Untersuchungskommission einberufen.

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Die Regierung steht in der Kritik nicht in alternative Energiequellen zu investieren. Chile ist dank seiner 4.000km langen Küste mit konstanten Winden, der weitflächigen Gebiete in der sonnigen Atacama-Wüste und seines großen geothermischen Potentials entlang des ganzen Landes wie geschaffen für erneuerbare Energiegewinnung.

Dieser mangelnde Innovationsgeist, sowie das fehlende Bewusstsein Energie einzusparen führen zu wachsenden Versorgungsengpässen und sind entscheidende Verursacher des Energieproblems in Chile. Daher sehen viele in dem Bauvorhaben Hydroaysens keine dauerhafte Lösung und befürchten, dass die Umweltfolgen dieses Projekts dem Land weitere, schwerwiegende Probleme auflasten wird.

Ich möchte Sie dazu einladen, sich sehr genau anzuschauen, was dieses Megaprojekt alles aufs Spiel setzt und sich über das Problem zu informieren, welches uns Patagonien-Kenner sehr besorgt und um die Zukunft des Paradieses am Ende der Welt fürchten lässt.

Informieren Sie sich weiter:

Kontra Hidroaysen:

Patagonia sin represas

Ecosistemas

Pro Hidroaysen:

Hidroaysén

Andere Quellen:

Wikipedia

Conservación patagónica

Was halten Sie von diesem Projekt? Würden Sie dafür oder dagegen stimmen? Welches sind Ihre Argumente?

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4 Antworten auf “Paradies in Gefahr: Megabauprojekt Hidroaysen in Chile”

  1. M. KLAUS-VON DÜSZELN sagt:

    Wasserkraft ist ja auch eine regenerative Energie, die zu nutzen ebenso wie Windenergie und Geothermie durchaus sinnvoll ist. Das Hauptproblem sehe ich eher darin, dass die Nutzungsrechte/Wasserrechte der Flüsse vor allen Dingen ausländischen Unternehmen zugesprochen wurden und die Regierung offensichtlich nichts unternimmt, um das zu ändern. Alle Gewinne aus diesem Projekt werden damit auch an ausländische Unternehmen gehen anstatt an nationale. Das zu ändern sollte Ziel sein.

  2. Mathias sagt:

    Hallo Klaus, danke für dein Kommentar!
    Du hast Recht, Wasserkraft ist eine saubere Energiegewinnung.
    Bei den geplanten Projekten in Chile, wie auch beim neurdings genehmigten Staudammprojekt in Brasilien http://smlk.es/bm6kLR
    entstehen aber die Umweltauswirkungen nicht durch den Betrieb und der Stromerzeugung selbst, viel mehr während des Baus der Sperre und der dazu nötigen Infrastrucktur (Strassen, Camps, Stromleitungen, etc…)
    Ein anderer wichtiger Punkt sind die kulturellen und sozialen Auswirkungen in Regionen wie Patagonien oder Amazonas.
    Und das alles um im Fall Patagonien Strom zu erzeugen der 2000 Km Nördlich gebraucht und gar nicht optimal verbraucht wird…

  3. Fred Feuz sagt:

    Ich durfte 2007 eine wunderbare Reise mit viventura vom Norden Chiles bis in den Süden geniessen. Was ich da an prächtigen Landschaften gesehen habe, war überwältigend. Das Bild mit den Lupinen erinnert mich an Cerro Castillo.
    Eine solche Landschaft darf nie und nimmer auch nur ansatzweise einem solchen Megaprojekt geopfert werden. Zumal es ja bessere Möglichkeiten mit Meerwasserprojekten (Ausnützen von Ebbe und Flut) sowie Windturbinen an der Küste gibt, wo ohnehin schon unzählige Lachszuchten die Buchten und Fjorde Südchiles „verzieren“. Schliesslich gäbe es da noch die Atacamawüste, die prädestiniert für Sonnenkraftwerke in grossem Ausmasse ist. Zudem gibt es auch in Chile unzählige Hausdächer in Städten und Ortschaften, wo ohne weiteres Solarpanels installiert werden können und der erzeugte Strom an Ort und Stelle konsumiert werden kann. Man muss nur wollen. Der politische Wille ist ja leider nicht einmal in der Schweiz so ohne weiteres vorhanden, trotz Fukushima.

  4. Martin Reisenegger sagt:

    Ich würde gerne wissen wie viele Kilometer Küsten oder andere Landschaften nötig wären um die gleiche menge energie durch saubere energiequellen wie Wind, Sonne oder Meeresfluten zu erzeugen. Ist es das wirklich wert?

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

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