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Peru: Buchhaltung im alten Inkareich

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QuipoGehen wir doch einmal gedanklich in die Zeit der Inka zurück. Wie hat man denn im Inkareich so ganz ohne Schrift wohl die Verwaltung gehandhabt? Die Inkas hatten hierfür ihr eigenes System entwickelt, eine ausgeklügeltes Knotensystem, das man heutzutage nur noch im Museum beobachten kann:  Quipu (quipu=Knoten auf Quechua), eine Knotenschnur mit unterschiedlichen Zahlenpositionen und Farben, die einen komplexen Datenspeicher darstellen.

Neben Nachrichtenübermittlung wurde das System der Quipu, bestehend aus verschiedener, gebündelter, geflochtener und gefärbter Schnüre auch für Buchhaltung genutzt. Je nach Anzahl und Position gaben die Knoten auf den senkrecht herab hängenden Schnüren unterschiedliche Werte wieder. Die untere Knotenreihe umfasste die Werte 1 bis 9, die zweite von unten 10 bis 99, die dritte 100 bis 999 etc.. Kein Knoten repräsentierte eine Null. Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Farbe der Schnur. So stellte eine gelbe Schnur die Anzahl der Rinder dar, eine braune Schnur die Anzahl der Schafe usw. Die Quipus wurden noch im 19. Jahrhundert von peruanischen Hirten zur Erfassung ihrer Viehbestände genutzt. Die Quipus wurden von den „Quipucamalloc“ (Quipucamalloc = die Verantwortlichen der Quipu auf Quechua) genutzt, welche gewöhnlich die Gelehrten des Inkareiches waren.

Auch wenn ich zuvor erwähnt habe, dass die Quipu heutzutage nicht mehr genutzt wird, hat ein berühmter peruanischern Archeologe namens Federico Kaufmann die sozusagen „letzte Quipucancalla“ entdeckt. In der Hochebene von Huaraz in der Cordillera Blanca im Norden Perus entdeckte Kaufmann eine Frau, welche auch heute noch das alte System Quipu mit den gleichen Techniken und mit den gleichen Charakertistiken verwendet.

quipu2Als Kaufmann erstmals von dieser Frau hörte, musste er seinen Besuch in Cuspon zunächst eine Weile verschieben, da er als Botschafter für 3 Jahre nach Deutschland geschickt wurde. Sobald er aber nach Peru zurück kam, nahm er direkt Kurs auf das kleine Dorf in den Bergen, um endlich die letzte „Quipucamalloc“ kennenzulernen. Der Kaufmann berichtete von einer Reise durch unglaubliche Landschaften, voll von schneebedeckten Berggipfeln, wie man sie nur im Nationalpark Huascaran findet. An seinem Ziel angekommen, erfuhr er von Licuna, so ist der Name der letzten Quipucamalloc, dass sie das Wissen über die Quipu von ihrer Großmutter mit auf den Weg bekommen hat. Diese lernte wiederum von ihrer Großmutter, wie das Quipusystem funktioniert. So wurde über Jahre hinweg das Wissen über Quipu von Generation zu Generation weitergegeben. Als Licuna ihm ihre Knotenschnüre zeigte, war er sich sicher, dass sie nach dem gleichen Schema wie im alten Inkareich funktioniert.

Aber für was benutzt Licuna heutzutage noch Quipu? Zur Verwaltung? Nein, für Licuna haben die Quiposchnüre einen weiteren Verwendungszweck, einen eher religiösen Zweck. Immer wenn jemand im Dorf stirbt, legt Licuna die Quipu dem Toten wie einen Gürtel um, was nach dem Glauben der Inka die Seele des Toten auf seinem Weg beschützt. Es ist einfach unglaublich nach so langer Zeit jemanden zu finden, der immer noch diese alte Techniken beherrscht. Auch wenn der Verwendungszweck nicht mehr exakt der gleiche ist, ist die Fertigung dennoch gleich geblieben.

Heutzutage gibt es weltweit sechshundert registrierte Quipus. Das Nationalmuseum für Geschichte der Anthropologie beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen an Quipus.

Damit auch zukünftige Generationen die Chance haben Quipu kennenzulernen, hat Kaufmann die letzte lebende Person, die diese alte Tradition praktiziert, folgendes gefragt:

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„Licuna, was passiert, wenn Sie sterben werden? Wer wird Ihnen eine Quipu umlegen?“

Die Antwort kam ohne Zögern: „Ich hab bereits meiner Tochter gelehrt, was mir gelehrt wurde.“

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So bleibt Geschichte erhalten, an einem so kleinen und abgelegenen Ort in mitten der peruanischen Anden und wie Kaufmann schon sagte: „Vor allem in den kleinen und abgelegenen Dörfern, wie im Falle des kleinen Dorfes Cuspon, kann man oftmals beobachten wie die Bewohner sehr alte Bräuche und Traditionen bewahrt haben.“

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Eine Antwort auf “Peru: Buchhaltung im alten Inkareich”

  1. Kristina sagt:

    Na das ist ja echt interessant, dass noch bis ins 19. Jhd. diese Chipus für die Bestandsaufnahme genutzt wurden.
    Wußte ich noch nicht!

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Der Autor:

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