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Taxi mal anders: In den Anden ohne Transport

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Bei uns zu Hause ist es ganz selbstverständlich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen wenn wir abends rausgehen möchten. Doch was wenn man mitten in der chilenischen Andenwüste lebt und kein eigenes Auto hat? Einmal täglich, morgens früh um 6.30, fährt ein Bus an der Hacienda vorbei zur nächsten Stadt. Taxis gibt es in den Bergen nicht. Wie kommt man also abends mal ins 15km entfernte Pub?

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Tagesausritt - Hacienda los Andes

Diese „Problem“ durfte ich Anfang 2012 selber miterleben, als ich für 3 Monate auf der Hacienda Los Andes in Chile für Kost & Logis gearbeitet habe. Mitten in den Bergen im Rio Hurtado Tal. Weit entfernt von der Zivilisation, aber dafür mit Sonnenscheingarantie, habe ich dort Ausritte begleitet, Observatoriumsführungen geführt und im Hotel und Restaurant ausgeholfen.

Mit einer Bevölkerungsdichte von nur 2,3 / km² im Rio Hurtdao Tal könnt ihr euch vorstellen wie abgelegen die Hacienda liegt und dass man sich manchmal doch etwas einsam fühlt. Die Einwohner dieser Region leben hauptsächlich von Landwirtschaft, insbesondere von der Produktion von Ziegenkäse und der Ernte und Verarbeitung von Piscotrauben. Zwar gibt es ein paar kleine Dörfer und einzelne Ziegenhirten in der näheren Umgebung, aber das nächste Kino z.B. war ca. 2 ½ Stunden Autofahrt entfernt in La Serena. Da ich kein Auto zur Verfügung hatte, sollte man hinzufügen, dass diese Strecke mit dem Bus etwa 4-5 Stunden gedauert hätte. Da war natürlich nicht viel mit großen Parties.

Unsere “Parties” bestanden also aus Domino oder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen. So aufregend wie es sich anhört… nach ein zwei Gläsern des köstlichen chilenischen Rotweins hatten wir auch so immer viel Spaß und viele lustige Abende. Alle ein bis zwei Monate gab es auch schon mal einen „Baile“ (ein Tanzfest) oder ein Rodeo bei denen sich dann fast das ganze Tal versammelte und Cueca getanz wurde (der chilensiche Nationaltanz).  Diese Feste waren jedoch eher selten und eines samstags abends hatten meine Kollegin Meret und ich nach der Arbeit doch mal Lust auf mehr und wollten unbedingt noch ins Pub. Leider war das Pub ca. 15 Km entfernt. Busse fahren nur 1-2 mal am Tag an der Hacienda vorbei und Taxis gibt es in dieser Umgebung überhaupt nicht. Also wie sollten wir nun zum Pub kommen?

Zum Glück spezialisiert sich die Hacienda auf Tages- und Mehrtagesausritte und so hatten wir reichlich Criollos (eine typsich chilenische Pferderasse) zur Verfügung. Die chilenischen Criollo-Pferde gelten als eine der widerstandfähigsten und zähesten Pferderassen der Welt. Dazu können sie sehr lange ohne Futter und Wasser auskommen. Perfekt für die Arbeit in den Anden und für einen nächtlichen Ritt zum Pub. Da die Hacienda so groß ist mussten wir allerdings erstmal eine 1/2 Stunde bis zur Pferdewiese laufen. Bis wir die Pferde von der Weide geholt und gesattelt hatten, waren es schon fast 23 Uhr. Begleitet von Pitu, dem Hund der Hacienda, ging es dann mit Kopftaschenlampen bewaffnet und warm eingepackt los. Da wir uns in der Wüste befanden war es zwar tagsüber warm, aber nachts konnt es richtig kalt werden.

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Am Pub angekommen

Doch die Taschenlampen blieben ausgeschaltet damit die Pferde besser sehen konnten. Trotz unzähliger Sterne war es stockdunkel. Aber macht ja nichts…. Da es schon so spät war haben wir uns entschieden zu galoppieren solange der Weg flach war. Ich konnte überhaupt nichts sehen, aber mein Pferd Picaflor (ein ehemaliges Rennpferd) schien das nicht zu stören. Nach unzähligen Tagesritten mit den Touristen war einfach nur froh dass er endlich mal wieder galoppieren durfte. Und er schien auch besser zu sehen als ich, da er sogar Gegenstände auf dem Weg ausmachen konnte die sich scheinbar zum überspringen eigneten. Gut, dass mir das mit über 15 Jahren Reiterfahrung nichts ausmachte….

Nach einer guten Stunde sind wir dann doch heil im Pub angekommen. Obwohl es schon Mitternacht war, waren wir nicht zu spät. Das Fleisch fürs „Asado“ wurde gerade erst auf den Grill gelegt. Natürlich kannte jeder im Pub die „Gringas“ von der Hacienda und wir wurden wie immer herzlich wilkommen und in Gespräche über die Unterschiedlichkeiten unserer Heimaten verwickelt. Getrunken haben wir Bier und Rotwein, doch irgendwann hatten wir Lust auf Pisco Sour. Der war aber nicht wirklich im Pubangebot. Aber das war kein Problem. Schnell hieß es „Sandra, komm doch einfach hinter den Tresen und mach ein paar Piscos“. Alles ganz locker in Chile. Nach dem Asado ging es dann mit Karaoke und Tanzwettbewerben weiter bis morgens um 5 Uhr.

So sehr ich mich auch gestreubt habe, ums Singen kam ich nicht herum. Doch gab es nur ein Lied auf Englisch: Robbie Williams – Angel. Na dann… es war natürlich schrecklich und ich habe den Karaoke-Wettbewerb nicht gewonnen. Wenigsten konnte ich mich aus dem Tanzwettbewerb rausziehen. Da musste Meret dann herhalten.

Fazit:
Ja, in den chilenischen Anden feiert man doch etwas anders als zu Hause in Europa, aber Spaß hat man auf jeden Fall und ein Nachtritt unter dem wunderschönen chilenischen Sternenhimmel ist sowieso ein Erlebnis in sich. Es war definitiv ein unvergesslicher Abend!

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Eine Antwort auf “Taxi mal anders: In den Anden ohne Transport”

  1. Kristina sagt:

    Da fallen mir gleich 2 Storys ein.
    Einmal sind wir auf Amantani im Titicacasee gewesen und haben bei Einheimischen übernachtet. Das war 1999, und es gab noch keinen Strom oder fließendes Wasser. Abends war auch Tanz in der Gemeindehalle. Wir gingen mit Taschenlampen hin, dort gab es dann Kerzen und handgemachte Musik und natürlich sehr viel Spaß!
    Die andere Story, die mir einfällt: Im Jahr 2000 in Potosí. Wir hatten auch wieder Einheimische kennengelernt, und diese hatten uns in eine Karaoke-Bar mitgenommen. Mit Singani und diversen anderen Getränken wurde man schnell locker, und dann machten wir auch mit. War überaus lustig.
    Nachlesen kann man das in meinem Buch: „Vom Reisefieber gepackt“.

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