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Opfer an Ecuadors Sonne

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©Accion Creativa

Zum Klang von monotonen Gesängen und in allegorischen Gewändern sehe ich seit ich klein bin, die  Menschengruppen jedes Jahr im Juni auf dem Hauptplatz des Andenstädtchens Cotacachi. Animiert durch die Liebe zu ihren Göttern und voller Kampfgeist kommen sie zusammen, um ihr Ziel zu erreichen, auch wenn dies wahrhafte Kämpfe bedeutet. Es spielt keine Rolle, ob man verletzt wird, das Wichtige ist, zum Sonnenfest der Andengemeinden – dem Inti Raymi, dem Sonnengott das höchstmögliche Opfer darzubieten: „Die Eroberung des Platzes“.

Ab dem 21. Juni, dem Tag der nördlichen Sonnenwende und Beginn des Sommerhalbjahres auf der Südhalbkugel, erscheinen Gruppen von Männern in ihren stattlichen Gewändern, den sogenannten „Zamarros“. Es handelt sich um Hosen aus Ziegenlederbasis, Hemden und große, hohe Hüte. Die Gesichter sind mit Kriegsfiguren bemalt und alle sind mit Musikinstrumenten ausgestattet, welche den Takt auf ihrem Weg angeben. Etwas Unverzichtbares bei dem ganzen Spektakel ist der meist selbstgebrannte Zuckerrohrschnapps – „Puntas“ im Volksmund genannt.

Auf dem Weg zum großen Platz des Städtchens vereinen sich die Bewohner der umliegenden Dörfer zu zwei großen Gruppierungen: die „Arriba Topo“ und die „Abajo La Calera“. Dafür müssen sie mehrere Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Wenn die erste Gruppe ankommt, spielt sie ihre Musik und tanzt um den Platz herum… heute unter den neugierigen und doch vorsichtigen Blicken von Menschenmengen aus Touristen und Bewohnern der Stadt. Und alle warten auf den Moment, in dem sich die zweite Gruppe nähert – denn dann beginnt der Kampf.

Hierbei hat keiner der Kämpfer Angst vor Verletzungen, denn dem Glauben nach, macht Blut die Erde fruchtbarer und verbessert die Ernten des nächsten Jahres. Im Nahkampf, ob mit Steinen, Stöcken oder Ochsenschwänzen wird es Todesopfer und Verletzte geben. Ursprünglich befreiten sich in diesem symbolischen Kampf um Raum die unterdrückten indigenen Völker aus der Hierarchie und von ihrem Herren/Großgrundbesitzer. An diesem Tag im Jahr konnten sie im Innenhof der Bauernhöfe auf denen sie arbeiteten, Macht und Ehre erwerben. In dieser Eroberung konnten sie den Glanz ihrer Wurzeln ausdrücken und ihren lebensgebenden Göttern danken. Die Flüsse, Seen, Berge und natürlich die Sonne sind Götter, welche höchsten Respekt, aber auch Furcht verdienen.

Die heutige Feier ist viel ruhiger, weniger heftig, daher sind wir auch von unserem zu Hause an der Lagune Cuicocha oft zum Platz gefahren, um zu zuschauen. An Bedeutung hat sie jedoch nicht verloren, da die Einheimischen ihren andinen Grundsätzen treu bleiben und der Kampf ist nach wie vor ein Ritual der Reinigung, um für den Rest des Jahres in Harmonie zu leben und ein Opfer für eine gewinnbringende Ernte. Mit Masken und Kostümen kommen dann auch Frauen, Kinder und Alte und tanzen viele Stunden täglich, mindestens sieben Tage, in Dankbarkeit für die gute Ernte des vergangenen Jahres und Hoffnung für das kommende Jahr.

Die westliche Welt verurteilt dieses uralte Ritual als einen Akt der sinnlosen Gewalt. Aber die ursprüngliche Bedeutung ist tiefgründiger: ein Opfer von Blut für Mutter Erde in Dankbarkeit für die Ernte und die Rechtfertigung der Macht der einheimischen Bevölkerung in einer von Mestizen dominierten Welt.

Schaut Euch das kurze VideoFilmchen an und sagt uns, was ihr darüber denkt.

Originalversion von Ligia Cevillano

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Eine Antwort auf “Opfer an Ecuadors Sonne”

  1. Kristina sagt:

    Ja, faszinierend
    Ich wär da gern mal dabei.
    Ich finde es auch gut, dass die alten Traditionen gepflegt werden, ich liebe diese Musik und Trachten. Einfach schön!!!

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Der Autor:

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