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Übernachtbusse in Südamerika

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Ein Übernachtbuss in Südamerika

Übernachtbusse in Südamerika sind oft sehr luxuriös – zumeist zweistöckige Liner wie dieser. Quelle: https://ral3018.wordpress.com/2014/05/26/89/

Ein Beispiel aus Argentinien:

„Guten Tag liebe Damen und Herren! Mein Name ist Jorge und ich werde Sie bequem und sicher zu Ihrem nächsten Reiseziel bringen: den Iguazu Wasserfällen. Die Reisezeit beträgt ca. 17-19 Stunden. Bitten bleiben Sie während der gesamten fahrt angeschnallt. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Fahrt!“

Ein Langstreckenflug nach Puerto Iguazu in Argentinien? Nein, was sich wie eine Flugansage vom Pilot anhört, war tatsächlich unser Busfahrer. Buenos Aires, Argentinien um 3 Uhr Dienstag nachmittags. Ich war gerade in einen Langstrecken-Bus nach Puerto Iguazu eingestiegen und freute mich bereits auf mein erstes Nachtbuserlebnis in Argentinien. Die deutsche Dame, die neben mir saß schien meinen Optimismus nicht zu teilen:

„Hat er gerade 17-19 Stunden gesagt? Oh Gott! Wie soll ich das nur überleben?“

„Warum? Mir scheint es sehr bequem hier! Die Sitze sind doch wie in der ersten Klasse im Flieger…“

„Das stimmt. Aber was denkt der Fahrer denn wer er ist? Er benimmt sich ja fast wie ein Pilot!“

„Sie haben Recht. Aber bisher hat sich die ganze Erfahrung ja auch wie im Flugzeug angefühlt…“

„Haha, das ist ein bisschen weithergeholt, mein Freund. Wir sitzen in einem Bus!“

„Na“, habe ich mir gedacht „das ist überhaupt nicht weithergeholt: schließlich muss man seine Tickets im Voraus buchen, man bekommt einen Fenster- oder Innensitzplatz zugewiesen, man kann zwischen vegetarischen und normalen Mahlzeiten wählen, man muss sein Gepäck vorher einchecken und bekommt eine Bescheinigung dafür und man kann wählen in welcher Klasse man reisen möchte. Es fühlt sich auf jeden Fall an wie beim Fliegen!

In Argentinien gibt es zwei Kategorien von Langstreckenbussen. In der „CAMA“-Kategorie (cama heißt Bett), gibt es onboard Service mit reichlich Platz und die Sitze können bis in eine horizontale Lage zurückgelehnt werden! Die SEMI-CAMA (Halbbett) Klasse ist fast genauso luxuriös. Der einzige Unterschied ist das die Sitze nicht ganz so breit sind und sich nicht komplett in ein Bett umwandeln lassen. Unser Bus war ein „CAMA“-Bus. Sehr zur Freude meiner Reisegefährtin:

„Hey, diese Sitze sind wirklich bequem. Genau das was ich brauche nach diesem hektischen Bus-Hof!“

„Ja, Retiro ist riesig! Haben Sie die Plattform sofort gefunden?“

„Machen Sie Scherze? Hier gibt es über 180 Plattformen! Ziemlich überwältigend! Ich bin froh, dass ich es gerade noch so geschafft hab!!“

„Das stimmt. Es ist einer der größten Bus-Höfe der Welt!“

Ein Sitz in der 1. Klasse eines Übernachtbusses in Südamerika

Ein Sitz in der 1. Klasse eines Übernachtbusses in Südamerika. Quelle: http://moder-on-tour.de/?page_id=3560

Jorge ließ den Bus an, wir verließen den Bus-Hof namens „Retiro“ und starteten unsere Fahrt in den Norden. Vorbei an Buenos Aires gehobenen Stadtteilen, dem River Plate Stadium, in welchem das FIFA WM Finale in 1978 stattgefunden hat am „Rio de la Plata“, welcher als der breiteste Fluss der Welt gilt. Zum Glück haben wir Argentiniens Hauptstadt noch vor dem nachmittäglichen Berufsverkehr verlassen. Der Verkehr war ruhig, so wie Jorges Fahrstil. Sehr ruhig. Beinahe zu ruhig….

„Entschuldigen Sie bitte! Möchten Sie Hühnchen oder Rindfleisch?“

„Wie bitte?“

„Pollo o carne, señor?“

Genau wie die Frau neben mir war ich eingeschlafen. Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster, stellte ich fest, dass die Skyline von Buenos Aires von flachem Grasland ersetzt wurde. Nicht nur die Sitze auch der Service waren wie im Flugzeug. Wir erhielten Getränke, eine Vorspeise, ein Hauptgericht und eine Nachspeise mit Tee oder Kaffee. Danach verteilte das Personal Decken (für den Fall das die Klimaanlage zu kühl werden sollte, was wohl öfter passiert) und Kissen. LCD Bildschirme fuhren aus der Decke aus und es wurden Filme gezeigt.

„Ich fange wirklich an diesen Trip zu genießen. Wie sieht es bei Ihnen aus?“

„Ja, und ich liebe es Filme zu gucken. Warten wir mal ab was sie zeigen werden…“

„Super. Original englische Version mit spanischen Untertiteln!“

„Macht Sinn, so können die meisten Passagiere den Film verstehen!“

Ich war wirklich überrascht über das Niveau des Services und Komforts. Meine argentinischen Freunde hatten mir bereits von ihrem einzigartigen Bussystem erzählt und damit angegeben, dass es eins der besten der Welt sein solle. Langsam fing ich an, ihnen zu glauben. Die Reise mit dem Bus fühlte sich sehr nach einer Flugreise an, mit dem einzigen Unterschied, dass wir nicht in der Luft waren. Ich bin schon in großen Teilen Europas, Nordamerikas und Australiens mit Bussen gereist und muss zugeben, dass die Busreisen in Argentinien (sowie auch in Chile) unübertroffen sind. Wie kommt’s? Während Langstrecken in Europa hauptsächlich durch das ausgebaute Zugnetz abgedeckt sind, ist das Busnetzwerk eher für Kurzstrecken gedacht oder als Zubringer für Bahnhöfe. Das war bis vor 20 Jahren auch in Argentinien der Fall. Nach dem 2. Weltkrieg, besaß Argentinien sogar eins der weitreichendsten und erfolgreichsten Zugsysteme in Südamerika. Doch mit dem Bau des Highways in den frühen 1990er Jahren und der Privatisierung der staatlichen Bahngesellschaft „Ferrocarriles Argentinos“ in 1993, wurden Langstrecken mit dem Zug kaum noch genutzt und vom heutigen Bussystem ersetzt.

„Guten Morgen. Tee oder Kaffee?“

„Guten Morgen. Kaffee bitte!“

Vier Filme und einen sehr erholsamen Schlaf später, servierte das Buspersonal das Frühstück. Bei einem Blick aus dem Fenster waren Palmen und Regenwald die dominierende Landschaft. Eine ganz andere Seite Argentiniens. Um 9 Uhr morgens kamen wir in Puerto Iguazu an, viel relaxter als noch vor 18 Stunden als der Bus Buenos Aires verlassen hatte. Als ich mein Gepäck abholte, sah ich auch meine deutsche Sitznachbarin und konnte mir den Kommentar nicht verkneifen: „Sehen Sie, da haben Sie die Fahrt ja doch überlebt!“

„Mann, das war super, ich werde diese argentinischen Langstrecken-Busse auf jeden Fall wieder benutzen!“

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Bericht: Michael Grubinger  (Übersetzung: Sandra Timmermanns)

Auch in anderen südamerikanischen Ländern übertreffen die Standards der Langstrecken Busse alle Erwartungen. In unserer Peru Bolivien Chile XXL 2013 haben wir auch eine Übernachtfahrt eingebaut. So können Sie sich gerne selbst von der Qualität der Busse überzeugen!

Sind Sie auch schonmal mit einem südamerikanischen Langstreckenbus gefahren? Wie war Ihre Erfahrung?


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3 Antworten auf “Übernachtbusse in Südamerika”

  1. Juan Federico und Nilda Violeta GARDE sagt:

    Wir sind auch letztes Jahr von Retiro nach Córdoba gefahren, Semi-Cama Service.
    Alles sehr gut, Essen, Service Fahrkualität. Empfehlenswert.

  2. Leopold sagt:

    Hallo,
    wieviel hast du für die Strecke etwa bezahlt?
    LG Leopold

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