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Von der Pistole zur Stelze

24. Sep 2008Allgemein 0 Kommentare

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Chispas hat es geschafft. Einst gehörte er zu einer Bande im Armenviertel Vista Hermosa in Bogota und heute blickt er von dort mit Stolz auf Bogota.

Vista Hermosa gehört zu einem der über 200 „comunidades“ Ciudad Bolivars – sozialer Brennpunkt der 8-Millionen-Metropole. Die Menschen, die hier leben sind zumeist Vertriebene. Menschen die vor der Guerilla, den Paramilitärs, Drogenmafias oder anderen bewaffneten Gruppen bedroht wurden und meist vom Land in die Hauptstadt flüchteten.

Hier herrscht sehr großes Konfliktpotentail – offene Rechnungen werden ausgetragen, denn hier wohnen ehemalige Guerilleros neben ehemaligen Paras, verfeindete Gruppen sind hier plötzlich Nachbarn. Kinder wachsen nur mit einem Elternteil (meist der Mutter) auf, Jugendliche haben keinen Schulabschluss und keine Arbeit….

In dieser Umgebung wuchs auch Chispas auf – er war der „Schmieresteher“. Da er immer der Jüngste in seiner Bande war, hat er diesen Job übernommen. Wenn sie die Polizei fasste, war Chispas immer fein raus, da die anderen die Waffen hatten.

Damals rannten sie vor der Polizei davon und heute sind Militärs und Polizisten Chispas Freunde.

Er hat das Theater- und Künstlerprojekt Kabuki ins Leben gerufen, in dem er mit Jugendlichen aus Vista Hermosa und den umliegenden „comunidades“ arbeitet. 400 chicos und chicas – oft Bandenmitglieder wie Chispas – jonglierten beriets durch das Projekt. Kabuki hat bereits mehre Demos mit Jugendlichen organisiert und durchgeführt, die sich alle für das Leben bekennen und vom Bandendasein lossagen.

Machte eine Bande früher Ärger, kam die Polizei mit einem großen Wagen und sammelte gleich alle ein. Heute arbeitet Kabuki mit der örtlichen Polizeistation zusammen. „Wir haben uns alles zusammengesetzt und geredet“ sagt ein Jugendlicher aus dem Projekt. Heute haben die Jungs und Mädels die Telefonnummern der Polizisten und umgekehrt – damit sie sich gegenseitig helfen können. Das „Einsammelm“ der Jugendlichen konnte in diesem Sektor durch die Gespräche um 85 % gesenkt werden.

Alle Jugendlichen des Projektes können also heute stolz auf ihren Stelzen durch das Viertel spazieren.

Auch die Fundacion Exito Verde – unterstützt durch viSozial e.V. und viventura – arbeitet in einem Viertel nahe Vista Hermosa. Auch sie kämpfen für ein besseres Leben in einem Stadtteil indem Nachbarn mit ihrer Hilfe wieder Freunde werden.

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