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Leben am Fuße des Tungurahua

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Nach einer internationalen Statistik ist Ecuador weltweit das Land mit der höchsten Dichte an aktiven Vulkanen und über 40% der Bevölkerung leben in ständiger Besorgnis vor einem bevorstehenden Ausbruch. Schon vor meiner Reise nach Quito haben auch mich diese schlafenden Riesen in ihren Bann gezogen und noch heute bin ich beeindruckt, dass es ein eigenes Institut in Ecuador gibt, das die einzelnen Vulkane ständig überwacht und deren Aktivitätsberichte täglich oder wöchentlich veröffentlicht. Einer unter ihnen, der seit längerem rumort und immer wieder ausbricht, dessen Aktivität momentan aber als moderat eingestuft wird, ist der Tungurahua in der Region Baños.

Da es mich sehr interessierte, wie die Menschen im Schatten dieser Berge wohnen, habe ich mich auf den Weg nach Pondoa, in der Nähe von Baños gemacht. Vor circa 3 Jahren zerstörte ein schwerer Ausbruch das komplette Dorf, das nur 3 km vom Tungurahua entfernt liegt. Jedoch war es damals nicht die ins Tal fließende Lava, sondern die damit einhergehenden pyroklastischen Ströme.

Gleich an der Abzweigung von der Hauptstraße sticht mir das Schild ins Auge, das den Aufstieg zum Tungurahua verbietet. Mühsam kämpft sich mein gemietetes Camioneta den steilen, kurvigen Anstieg hinauf. Die Straße besteht weitestgehend aus Kopfsteinpflaster und führt vorbei an Feldern und Ackerbau. Als ich nach knapp 20-minütiger Fahrt in Pondoa ankomme, bin ich ein wenig erstaunt – ich habe mir die Landschaft anders vorgestellt, karger und auf keinen Fall so grün und blühend. Denn wo ich hinblicke, sehe ich Felder mit Mais, Bohnen oder Baumtomaten. Leider ist es heute so stark bewölkt, dass es meiner Phantasie überlassen bleibt, mir den hier sichtbaren Vulkan vorzustellen. Aber ich weiß, dass er sich unmittelbar vor mir befindet. Doch als wir uns weiter in Richtung Tungurahua begeben, kann ich ihn sehen, den schwarzen Lavafluss in nur 300 Meter Entfernung der letzten Häuser – der mir doch zeigt, dass sich hier ein aktiver Vulkan befindet

Ich treffe Rosero Albán und seine Familie, junge Bauern, die schon einige Jahre hier in einer einfachen Hütte, zwischen ihren Feldern leben. Auf meine Frage, ob sich nach dem Vulkanausbruch etwas in ihrem Leben verändert hätte, antwortet mir Rosero Albán fast gleichgültig und mit absoluter Ruhe: “ Nein, was soll sich geändert haben? Es ist alles wie vorher. Die durch die Luft geschleuderten Steine haben zwar alle meine Obstbäume zerstört und die Asche hat alles eingehen lassen, aber wir haben es wieder aufgebaut.“

Nur Gustavo Padilla, ebenfalls Bewohner aus Pondoa, findet nach kurzem Überegen einen Unterschied zu früher: „Vor diesem großen Ausbruch gab es noch Bergsteiger, die ich als Guide auf den Tungurahua begleitet habe. Jetzt ist der Aufstieg verboten. Nur ganz selten begleite ich noch Gruppen von Geologen hinauf.“ Auch mir fällt es schwer, mir diesen Ort hier anders, als so grün vorzustellen. Es macht aber auch deutlich, wie fruchtbar der Boden hier sein muss, dass sich die Menschen durch solche Schicksalsschläge nicht unterkriegen lassen. Ich bin beeindruckt vom Leben den Bewohner in Pondoa, denn zumindestens die Jüngeren hätten eine Chance, woanders noch einmal neu anzufangen.
Und als ich schon wieder im Bus zurück nach Quito sitze, gedanklich noch bei den Menschen bin und mir die Frage stelle ob ich mit der ständigen Bedrohung eines aktiven Vulkans in meiner Nachbarschaft leben könnte, geben die Wolken doch noch einen kurzen Blick auf den Tungurahua frei. Da raucht er vor sich hin, der schlafende Riese nahe Baños.

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2 Antworten auf “Leben am Fuße des Tungurahua”

  1. Hanne sagt:

    Auch ich habe den Vulkan während meiner Reise qualmend gesehen, fand den Anblick ziemlich bedrohlich.
    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/egallery/pcat/251039/display/7239027

    Sehr interessant geschrieben!!
    Liebe Grüße, Hanne

  2. Kristina sagt:

    Ja, interessant wirklch.
    Ich hab mich das immer schon gefragt, wieso man sich so einer Gefahr aussetzt, ist ja am Ätna z.B. nicht anders …

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Der Autor:

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