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Kolumbien: Sexualität und Verantwortung

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Auf grauen Hintergrund hebt sich die weiße Silhouette einer Frau hervor, der Schriftzug in grüner und großer Schrift sagt: „Du hast das Recht“. „Die Zahl der Kinder zu bestimmen“, setzt der Schriftzug etwas kleiner aber immer noch grün fort. Weiter unten erfährt die Leserin, dass sie ein Recht auch auf die Verhütungsmittel ihrer Wahl hat. Bevor das Plakat mit der Telefonnummer der nationalen Beratungsstelle endet, wird noch einmal klar festgehalten, dass jede Frau über ihre Sexualität selber entscheidet und dabei in ihrem Recht ist.

Diese Plakate finden sich an jeder Haltestelle oder sind in vielen Zeitschriften abgebildet. Europäer werden sich vielleicht fragen, was im frühen 21ten Jahrhundert solche Selbstverständlichkeiten sollen. Schnell wird manch einer sagen: „Naja, eine Macho-Gesellschaft eben, da haben die Frauen die Aufgabe Kinder zu kriegen!“ Ganz falsch ist dieser Gedanke nicht, aber auch nicht ganz richtig.

Geht es nur um die sexuellen Rechte der Frauen in Kolumbien?

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Die Silhouette der Frau entspricht nicht der Durchschnitts-Kolumbianerin. Die Umrisse ihrer Kleidung und ihrer Frisur lassen auf eine Frau schließen, die im Geschäftsleben steht, eventuell einen Position in mittlerer bis gehobener Führungsebene inne hat. Diese Frauen leben in den Städten gehören der Mittelschicht an und sind oftmals Mütter eines oder zweier Kinder. Ganz sicher haben sie ihre Familienplanung im Griff. Brauchen sie eine solche Kampagne?

Auf dem Land und speziell in der Unterschicht sind gleichaltrige Frauen oftmals schon vier- oder mehrfache Mütter. Besonders auffällig ist die Zahl junger Mütter, die selber noch Kinder sind.

Laut den Statistiken des kolumbianischen Instituts für das Wohlergehen der Familien (ICBF) waren im Jahr 2000 1,4% aller 15 jährigen Mädchen schon Mütter und 1,8% der 15 jährigen mit dem ersten Kind schwanger. Insgesamt waren in diesem Zeitrahmen 15,1% der Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren schon Mütter und 4% mit dem ersten Kind schwanger.

Soweit die Zahlen, sie machen aber den Kolumbianer die Ausmasse der Problematik nicht bewusst. Die Schicksale mancher Mädchen im von viventura unterstützten Heim für schwangere Minderjährige, Esperanza de vivir, machen uns die Realität hinter der Statistik sichtbar.

Junge Mädchen, die im Estrato 1 und 2 aufwachsen, sprich Unterschicht, erleben oftmals das, was ihre Mütter erlebt haben: Gewalt in der Familie, keine Ausbildung, unzureichende medizinische Versorgung, täglicher „Kampf“ ums Überleben. Für viele Mädchen ist Mutter werden daher der vermeintliche Ausbruch aus diesen Verhältnissen. Und wirklich, die kolumbianische Kultur, erkennt oftmals eine Mutter, auch wenn sie gerade 15 ist, als eine Erwachsene Person an. Kinder gelten in dieser Gesellschaft als Segen und als Erfüllung eines Paares.

Aber schnell geraten die Mädchen in eine Teufelskreislauf. Sie brechen ihre Ausbildung ab, sehen sich oft in der Lage, für den Unterhalt der Familie mit arbeiten zu müssen. Um ihren Partner zu halten lassen sie sich auf weitere Schwangerschaften ein. Damit verlieren sie den Anschluss an die breiter werdenden Mittelschicht nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder, den auch diese werden von ihren Eltern keine ausreichende Ausbildung erhalten.

Der Staat ist sich der Problematik bewusst und stellt Programme auf die Beine, die Mädchen und jungen Frauen helfen sollen, aus diesem Kreislauf aus zu brechen. Sexualerziehung gibt es in der Schule und verschiedenen Institutionen ab dem 10ten Lebensjahr. Aber Aufklärung hilft wenig wenn das Geld und das kulturelle Umfeld nicht da sind. Wenn kein Geld für das Frühstück da ist, ist der Kauf von Kondomen keine Priorität. Daher hat der Staat Anfang Dezember ein Gesetz erlassen, nach dem Kondome und weitere Verhütungsmittel wie die Pille oder die Pille danach zu den Leistungen gehören, die die Krankenkassen tragen müssen. Ein guter Ansatz, aber mehr nicht, denn noch ist nicht klar, wie diese verteilt werden sollen. Darf eine 15 jährige die Pille auf Krankenschein bekommen? Das wird bestimmt noch eine Weile dauern, bis sich die verschiedenen Interessengruppen einig werden.

Aber selbst dann, wird es lange dauern bis die Betroffenen ihre Einstellungen ändern. Insbesondere müssen Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit bekommen, sich auch beruflich zu erfüllen. Denn es geht nicht nur um die sexuellen Rechte der Frau, sondern auch um das Verantwortungsbewusstsein, beruflich eine Zukunft für sich und die Kinder zu schaffen. Dieses Bewusstsein müssen Mütter und Väter haben, genauso wie die Chancen einer Ausbildung und auf einen Arbeitsplatz.

Hier greift das Heim Esperanza de vivir ein. Die Mädchen bekommen die Möglichkeit den Schulabschluss zu machen und für 2008 wollen wir mit ihnen ein Patenschaftsprogramm aufstellen um den Mädchen auch eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

Sie sollen dann auch wie die Silhouette auf dem Plakat wissen, dass sie das Recht und das Verantwortungsbewusstsein haben die Zahl der Kinder ihrem beruflichen Fortkommen anzupassen.

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