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Karneval in Bolivien: ein unglaubliches Fest

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Am gestrigen Sonntag endete hier in Bolivien offiziell die Zeit des Karnevals. Seit dem 14. Februar waren Menschen, Straßen und ganze Städte zum Teil nicht wiederzuerkennen. Der jährliche Karneval ist sowohl auf dem Land als auch in den Städten ein riesiges Fest und wird von dem meisten Einheimischen mit viel Freude intensiv gefeiert.

Während der Feiern vermischen sich religiöse mit kulturellen Traditionen. Für viele Einheimische stehen die religiösen Bräuche im Vordergrund und mit ihren Tänzen und Riten verehren sie ihre Schutzheiligen und Vorfahren. Jeder der sich zur Karnevalszeit in Bolivien aufhält wird um eine kulturelle Tradition kaum herumkommen. Vor allem die Kinder haben viel Spaß dabei, mit Wasserbomben, Wasserspritzpistolen und Schaum Leute zu bewerfen und zu bespritzen. Diese Tradition hat sich mittlerweile im ganzen Land verbreitet. Überall wird fleißig mit Wasser und Schaum gescherzt und Achtung! – den aufmerksamen Augen der Feierlustigen entgeht kein offenes Auto oder Busfenster:-).

Einige Departamentos sind bekannt für ihre besonders schönen Karnevalsumzüge und Feiern. Die Stadt Oruro, im gleichnamigen Departemento, wurde 2001 von der UNESCO in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Die Stadt Santa Cruz ist bekannt für ihren „bunten“ Karneval, wobei die Farbenvielfalt in diesem Zusammenhang für die vielen Farbpatronen stehen, die neben den Wasserbomben ihr Ziel selten verfehlen und Mensch und Stadt in ein buntes Durcheinander verwandeln.

Ich fuhr in diesem Jahr mit einigen Freunden in die Karnevalshochburg Oruro, in der der bekannteste und angeblich schönste Karnevalsumzug des ganzen Landes stattfindet. Obwohl ich ein deutscher Karnevalsmuffel bin war diese Feier ein unglaubliches Erlebnis für mich. Eine RIESIGE Party und ein Wochenende gefüllt mit ganz besonderen, wunderschönen Eindrücke:

Der Karneval in Oruro beginnt offiziell am Gründonnerstag mit der „Anata Andono“, einem sehr traditionellen Umzug, bei dem die inigene Bevölkerung der Pachamama (Mutter Erde) für die Ernte dankt und um ein gutes Folgeerntejahr bittet.

Das große Karnevalsfest beginnt am Samstag vor Rosenmontag. Von morgens 7.00 Uhr bis in die Morgenstunden des Folgetages zieht der Karnevalszug die knapp 10 Km tanzend durch die Straßen Oruros. Sie tanzen zu ehren der „Virgen del Socavón “ (Jungfrau der Bergwerkstollen) und enden ihren Tanz in der Kirche „Iglesia del Socavo“ oberhalb des Stadtzentrums.

Nach dem eher religiös geprägten Samstagsumzug folgt am Sonntag der Umzug des „Dios Momo“, dem Gott des Spaßes. Heute dürfen auch die Tänzer offiziell trinken und Freunde dazu einladen, an ihren Tänzen teilzunehmen.

Der Karnevalsumzug in Oruro ist riesig und die Kostüme in ihrer Schönheit und Vielfalt kaum zu übertreffen. Die tausenden Tänzer scheinen angespornt von den Menschenmassen nie müde zu werden und ziehen das Publikum immer wieder aufs Neue in ihren Bann. Besonders bekannt sind die Tänze der Diablada und Morenada. In aufwändigen, zum Teil sehr schweren Kostümen heiligen die Tänzer die „Virgen del Socavón“.

Die Feierstimmung im Publikum scheint ebenfalls nie nachzulassen. Energievoll und mit viel Lebenslust springen und singen die Zuschauer 3 Tage lang zu den traditionellen, bolivianischen Klängen. Die Mehrheit schützt sich bei der Kälte in der 3.710 m hohen Stadt mit einer Art Regencap vor den Wasser- und Schaumanschlägen in den Straßen.

Das Finale des Umzuges findet vor dem Kirchplatz der „Iglesia del Socavo“ statt. Nachdem sich die Gruppen mit Feuerwerken und Effekten noch einmal richtig ins Zeug gelegt haben endet der Umzug in dieser Kirche. Auf den Treppenstufen des Kirchplatzes versammeln sich sämtliche Musiker der verschiedenen Gruppen, um mit dem „Saludo al Sol (Gruß an die Sonne) den Tag zu begrüßen.

Der Karneval in Oruro war für mich ein unglaubliches Erlebnis; der Umzug so fremdartig und schön, sowie die Feierlaune der ganzen Stadt mit ihren vielen Besuchern. Wir sind in den Genuss einer einzigartigen, langen Feier gekommen, die es so auf der Welt vermutlich kein zweites Mal gibt.

Foto: Vor der „Iglesia del Socavo“. Die Sonne geht auf und noch immer ist die letzte Gruppe des Umzuges noch nicht in Sichtweite. Die Feier ist noch nicht zu Ende! – … SALUT!

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