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Die Geschichte der größten Kupfermine der Welt

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Es war das indigene Volk der „Chucos“, das als erstes die riesigen Kupfervorkommen in der Atacamawüste entdeckte und nutzte. Dort, im Norden Chiles, liegt auch die größte Kupfermine der Welt, die „Chuquicamata“, was übersetzt soviel heißt wie das „Ende der Erde der Chucos“.

Bis zum Jahre 1879 gehörte das Gebiet zu Bolivien, ehe dann auf Grund des so genannten Salpeterkrieges LINK die rohstoffreiche Gegend mit samt ihrem Meerzugang an die Chilenen verloren ging. Das steigende Interesse an Salpeter war auch der Grund für den ersten Rückgang des Kupferabbaus. Doch schon im Jahre 1915 lösten die amerikanischen Guggenheimbrüder mit der Gründung der Chuquicamata-Mine einen neuerlichen Kupferboom aus. Sie investierten in neue Technik, um die Kupferadern, übrigens die hochwertigsten und reichhaltigsten der Welt, wieder effektiv ausbeuten zu können. Auch andere amerikanische Firmen investierten im großen Stil in den Kupferabbau in Chile. In den ersten Jahren mussten sie dafür noch nicht ein mal Steuern an den Andenstaat bezahlen. Doch als dann im Laufe der Jahre die Abgaben an den chilenischen Staat wuchsen und die US-Firmen letztendlich ca. 70% ihrer Gewinne abgeben mussten, sollten die „Nuevo Trato“ genannten Verhandlungen die Zusammenarbeit neu regeln. Als diese zu keinem Ergebnis führten, wurden die Rufe nach einer Verstaatlichung der Kupferminen immer lauter. Nicht zuletzt deshalb, weil Kupfer mittlerweile 80% des chilenischen Exports ausmachte und der Hauptabnehmer USA einen zu großen Einfluss auf die Wirtschaft zu bekommen drohte.

Nachdem Eduardo Frei mit der „Chilenisierung“ der Bergwerke einen Anfang gemacht hatte, setzte Salvador Allende wenige Jahre später, am 11.07.1971, eine vollständige Verstaatlichung durch. Doch schon kurz nach der Verstaatlichung brachen die Gewinne aus dem Kupferverkauf aus verschiedenen Gründen ein. Zum einen taten die USA alles in ihrer Macht stehende, um Chiles Kupferausbeutung zu sabotieren, zum anderen verlor der Weltkupferpreis etwa zu diesem Zeitpunkt 35% seines Wertes.

Die Kupferminen sind bis heute in öffentlicher Hand, jedoch wird unter dem neuen Präsidenten Lagos eine Privatisierung durchaus diskutiert. Denn mit Hilfe verschiedener Maßnahmen zur Diversifizierung der Exportprodukte konnte der Anteil des Kupfers an den Exporten Chiles bis heute auf unter 40% gesenkt werden. Doch chilenisches Kupfer wird immer noch auf der ganzen Welt verarbeitet. Ob in Reinform zu Kabeln oder als Legierungen zu Münzen, Schmuck, Besteck, Musikinstrumenten und vielem mehr.

Wolfgang Stoll – Salvador, Brasilien

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