Bolivien und die Geschichte seiner Miniaturen

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Bolivien La Paz Miniaturen

Was wünschen Sie sich? Wenn Sie alles haben könnten, was Sie wollten, was wäre es? Ein neues Auto? Ein Highend-Computer? Ein Traumurlaub? In Bolivien ist es so: Wenn Sie groß träumen, müssen Sie klein denken.

 

Alasitas heißen die Miniaturen von allem Möglichen, was das Herz begehren könnte – von einer großen Villa über einen köstlichen Schokoladenkuchen oder einen wunderschönen Blumenstrauß bis zum neuesten Smartphone. Und jeden Januar gibt es in La Paz einen großen Markt, bei dem Miniaturen von praktisch allem ausgestellt werden. In den Straßen und Parks der Stadt kaufen und verkaufen die Menschen kleine Versionen von Möbeln, Werkzeugen, Speisen oder was auch immer sie sich wünschen. Sogar Bündel falscher Geldscheine werden mit echtem Geld gekauft.

Bei diesem Fest, das am 24. Januar beginnt und einen ganzen Monat dauert, wird alles ausgestellt, was man sich nur vorstellen kann. Manche Miniaturen sind kunstvoll und mit großer Detailgenauigkeit gefertigt, während andere einfach Spielzeugversionen echter Gegenstände sind. Die Käufer*innen nehmen die Objekte ihres Interesses genauestens unter die Lupe, um das zu finden, was ihre innersten Wünsche am besten darstellt. Auch von außerhalb strömen die Menschen nach La Paz, um am bunten Treiben teilzunehmen. 

 

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Quelle: Canva

 

Die Tradition der Alasitas reicht weit zurück, bis in die Zeit vor den Inka. Die Tiwanaku beteten für Glück und tauschten Geschenke aus, wobei sie Miniaturversionen dessen anboten, was sie zu erreichen oder zu bekommen hofften. Die Aymara sind die heutigen Nachfahren der Tiwanaku. Mehr als die Hälfte dieser indigenen Bewohner der Anden und des Altiplano lebt in Bolivien. Ihr Glaubenssystem enthält neben katholischen Einflüssen immer noch Elemente ihrer alten Wurzeln.

Der Begriff Alasitas bedeutet in der Sprache der Aymara so viel wie „kauf mich“. Vor langer Zeit wurden bunte Steine oder landwirtschaftliche Erzeugnisse dargeboten und die Menschen wünschten sich eine gute Ernte. In den letzten Jahrhunderten kamen viele andere religiöse Bräuche dazu, etwa die Danksagung an die Jungfrau Maria, oder „Unsere Liebe Frau des Friedens“, nach der La Paz benannt ist. 

 

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Allerdings gilt die meiste Verehrung beim Alasitas-Fest immer noch Ekeko, dem Gott des Überflusses der Aymara. Daher können Sie während des Festes viele Miniaturdarstellungen von Ekeko sehen, wie auch das ganze Jahr über in Häusern in ganz Bolivien. Er hat einen großen Bauch und bunte Kleider und in der Regel eine Mundöffnung, in die eine Zigarette gesteckt werden kann. Diese Ekeko-Figurinen symbolisieren Freude und Überfluss und sollen auch das Unglück fernhalten. Ihnen werden die Miniaturen gewünschter Dinge dargebracht, damit Ekeko die Wünsche erfüllen kann. Daneben wird er auch mit der regelmäßigen Gabe von Alkohol und mit Gebeten bei großzügiger Laune gehalten.

 

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Quelle: Canva

Wenn man alles, was man sich am meisten wünscht, in Miniaturform gekauft hat, wird es von einem Yatiri genannten Schamanen in einer Weihrauchwolke gesegnet. Interessanterweise findet diese Zeremonie oft auf Kirchentreppen statt, wo Pachamama, der Mutter Erde, Opfergaben in Form von Alkohol dargebracht werden. Als weiterer Ausdruck der bunten Vermischung von Traditionen beteiligt sich auch die katholische Kirche mit mittäglichen Segnungen bei der Kathedrale von La Paz am ersten Tag an dem Fest. Dazu versammelt sich eine große Menschenmenge, die die Miniaturen ihrer Träume in die Luft hält, und die Priester spritzen schon mal Weihwasser über die Menge, um möglichst viele Wünsche auf einmal zu segnen. 

Es muss jedoch auch erwähnt werden, dass es beim Alasitas-Fest nicht nur um Konsum und die Erfüllung der eigenen Wünsche geht. Von Anfang an war es ein Ritual der Gegenseitigkeit und viele Miniaturen werden gekauft, um sie anderen zu schenken. Dieser Austausch mit Freunden, Verwandten und selbst Fremden ist ein Eckpfeiler der Kultur in den Anden. 

 

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Quelle: Canva

Tatsächlich wurde das Alasitas-Fest 2017 von der UNESCO auf die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit gesetzt. Als Begründung wird angegeben, dass diese Praxis den sozialen Zusammenhalt fördert, die Generationen überbrückt und die familiären Beziehungen verbessert. Außerdem weist die UNESCO darauf hin, dass Wettbewerbe im ganzen Land die Kreativität gefördert haben und Museen durch die Miniaturen auf bestimmte Themen aufmerksam gemacht haben. 

Selbst wenn Sie nicht an Ekeko und seine Zauberkräfte glauben, ist es faszinierend, die Detailverliebtheit und Handwerkskunst in diesen kleinen Abbildern unserer Welt zu beobachten. Es werden sogar winzige Versionen von Tageszeitungen mit lustigen Geschichten über tagesaktuelle Ereignisse oder Details über Ekekos Eskapaden gedruckt. 

Welche Miniatur würden Sie kaufen? Beim Alasitas-Fest sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie sich eine Reise nach Südamerika wünschen, können wir Ihnen aber auch helfen. Lesen Sie mehr über unsere Reisen nach Bolivien und in den Rest von Südamerika und sprechen Sie ein kleines Gebet an Ekeko. 

 

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