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Peru: Unterschiedliche Welten zweier Frauen

27. Okt 2008Allgemein 8 Kommentare

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„Ach, die haben da oben kein Wasser?“ fragt mich Nancy, meine ehemalige Gastmutter, überrascht, als ich ihr von den Familien in den Pueblos Jovenes, den Armenvierteln Arequipas erzähle. Ich bin schockiert darüber, dass eine Peruanerin nichts über die Menschen weiß, die in der selben Stadt leben wie sie. Arm und Reich leben so dicht nebeneinander und doch in komplett unterschiedlichen Welten. Sie interessieren sich nicht füreinander. Viele reiche Peruaner denken, es ginge ihrem Land sehr gut, dabei trifft dies nur auf einem kleinen Teil der Bevölkerung zu. Ungefähr die Hälfte der Peruaner leben unter der Armutsgrenze, d.h. sie müssen mit weniger als 2 USD am Tag ihr Leben bestreiten. Besonders die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten Perus und im Hochland ist von der Armut betroffen. Deswegen ziehen viele Familien in die Städte, wo sie sich eine bessere Zukunft erhoffen. Doch sie enden meist in den armen Randgebieten und verdienen sich ihr Geld als Schuhputzer und Hausmädchen.

Durch mein Praktikum lerne ich beide Seiten Perus kennen, die Seite der armen Familien in den Pueblos Jovenes – aber auch die Seite der Reichen mit den schönen Restaurants, den luxuriösen Hotels und den großen Einkaufszentren. Zu dieser Oberschicht gehört auch Nancy. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Jesus in einem großen Haus im Zentrum von Arequipa. Ich lernte die beiden kennen, als ich in der ersten Zeit meines Praktikums bei ihnen wohnte. Für meinen Artikel bat ich Nancy um Hilfe und sie lud mich herzlich zu sich ein.

Von Außen ist ihr Haus eher unscheinbar, eine Wand aus weißem Sillargestein mit einer schweren braunen Holztür. Erst als ich hineingehe, erkenne ich die Größe des Hauses. Von einem schönen Innenhof mit Bänken und Blumen gehen mehrere Zimmer ab. Ich folge einem langen, verwinkelten Flur von dem ich direkt in die Küche mit Speiseraum und auf die Dachterrasse komme.

Nancy bittet mich im Arbeitszimmer Platz zu nehmen. Ich frage sie, ob sie schon immer hier leben würde und sie erzählt mir, dass sie bis zu ihrem 5. Lebensjahr mit ihren Eltern in einem anderen Haus, auch im Zentrum Arequipas, lebte. Das Haus ihrer Eltern war, wie auch ihres jetzt, sehr groß mit einem Innenhof, einer Küche, mehreren Bädern und 10 großen Zimmern. Sie hatten damals 2 Angestellte, eine Köchin und eine Putzfrau. Heute hat Nancy nur eine Angestellte, die für sie die Hausarbeit übernimmt. Sie kommt aus dem Hochland und verdient ca. 300 Soles im Monat, weniger als 80 Euro.

Nancy musste nie wirklich arbeiten. Sie ging bis sie 17 Jahre alt war auf eine private Schule, welche ihre Eltern bezahlten. Ihr Vater war Geschäftsmann. Ihm gehörte eine Boutique und er hatte zwei große Häuser in Mollendo, einem Badeort am Pazifik. Nancy ist Hausfrau, wie ihre Mutter damals. Als Kind musste sie nicht viel im Haushalt helfen, das übernahmen ja die Hausmädchen. Ihre Geschwister verließen früh das Haus, so dass Ihre Eltern viel Zeit hatten sich um sie zu kümmern. Sie halfen ihr bei den Hausaufgaben, lasen ihr vor, sangen und verreisten zusammen. So lernte Nancy auch Europa kennen, wo jetzt drei von ihren insgesamt vier Kindern leben. Manchmal besucht Nancy sie in Europa oder sie kommen zu Weihnachten nach Arequipa. Alle Kinder hatten die Möglichkeit auf eine private Schule zu gehen, welche Nancy und ihrem Mann Jesus jeweils zwischen 400 und 500 Soles (ca. 100-125 Euro) im Monat kostete.

Nun setzte sich auch Jesus mit an den Tisch. Jesus ist ein sehr aktiver, vielfältig interessierter älterer Herr. Er war früher einmal Englischlehrer und schrieb selber Bücher, die er mir stolz zeigt. Nancy half ihm beim Verkaufen der Bücher. Insgesamt verkauften sie 20.000 von ihnen, so viele wie es Taxen in Arequipa gibt;-)

Die beiden erzählen mir, dass sie sich auf der Hochzeit einer Freundin kennen lernten. Zwei Jahre später heirateten sie. Im Gegensatz zu Jesus, welcher immer auf Achse ist, beschäftigt sich Nancy lieber mit Kreuzworträtseln, trifft sich mit Freundinnen, geht ins Kino oder ins Restaurant. An Samstagen spielt sie Karten. Das klingt für mich alles nach einem sehr ruhigen und entspannten Leben. Gibt es denn etwas, was sie sich für die Zukunft wünscht? – möchte ich wissen. „Mmmmh, mal sehen.. ja! Gesundheit, dass ich meine Kinder weiterhin besuchen kann, nach Europa reisen…ja, das ist alles.“ Bekomme ich als Antwort. Ändern würde Nancy nichts an ihrem Leben. Eine Sache interessiert mich jedoch noch, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Ich frage sie, was sie über die Frauen in ihrem Land denkt und ob sie glaubt, dass es gleiche Rechte für alle gibt, egal ob reich oder arm? Sie lächelt und erzählt, dass sie Peru für ein Macho-Land hält. In den gehobeneren Schichten würden die Frauen sich zwar langsam immer mehr Rechte erkämpfen, in den ärmeren gäbe es jedoch noch viel familiäre Gewalt. Ihren Kindern jedenfalls habe sie gute moralische Werte beigebracht und ihre Töchter dürfen alles frei für sich entscheiden. Sie glaubt, dass das bei der armen Bevölkerung noch nicht so sei. Dort hätten die Frauen nichts zu sagen. Ist das so?

Ein paar Tage danach fahr ich nach Villa Cerillos, einem armen Viertel von Arequipa an den Hängen des Vulkans Chachani. In diesem Gebiet leben ca. 400 Familien. Hier gibt es erst seit zwei Jahren halboffiziell Strom, kein fließendes Wasser, keine medizinische Versorgung. Die Gegend ist trocken und staubig und die Häuser sind meist sehr einfach, aus Sillargestein mit einem Dach aus Wellblech.

In so einem Haus lebt auch Grimaldina mit ihren 2 Kindern und ihrem Mann. Grimaldina arbeitet zurzeit in der dort einzigen Schule San Juan Apostol als Hilfslehrerin. Ich habe ein bisschen Bedenken, dass sie mir, einer Fremden und dazu auch noch einer Ausländerin, nicht alle Fragen beantworten wird. Doch Grimaldina begrüßt mich herzlich, setzt sich neben mich auf die Bank und sagt nur: „Dime!“, „Schieß los!“ Sie erzählt mir, dass sie in Huanca – einem Ort in der Provinz Caylloma im Colca-Gebiet – aufgewachsen ist. Ihre Eltern waren Landwirte, die täglich auf dem Feld arbeiteten. Da es keine Maschinen gab, wurde alles mit der Hand oder mit Hilfe von Tieren gemacht. Grimaldina und ihre vier Geschwister mussten nach der Schule immer noch mit auf´s Feld, um ihre Eltern zu unterstützen. Nur abends hatten sie etwas gemeinsame Zeit, um sich zu unterhalten und Aufgaben für den nächsten Tag zu verteilen.

Grimaldina schlief damals mit all ihren Geschwistern in einem Zimmer, denn es gab nicht genug Platz für ein eigenes. Auch heute noch hat sie in ihrem Haus nur 2 Räume, eine Küche und ein Schlafzimmer. Wasser holt sie aus Tanks und als Tiolette dient ein Plumsklo. Grimaldina wirkt trotz ihrer kleinen Größe und ihrer etwas schüchternen Körperhaltung sehr zielstrebig. Sie zog damals mit 12 Jahren bei ihren Eltern aus und folgte ihren Geschwistern nach Arequipa. Hier wollte sie zur Schule gehen, da es in ihrer Heimat keine weiterführende Schule gab. Sie beendete die Schule und fing sogar ein Pädagogik-Studium an. Doch sie musste sich mit Nebenjobs über Wasser halten. Als sie ihren ersten Mann kennen lernte und mit 21 schwanger wurde, unterbrach sie ihr Studium, nahm es aber später wieder auf. Ihr Mann verließ sie, als sie das Kind bekam, weil er zu viel Angst vor der Verantwortung hatte.

Ihren jetzigen Mann traf sie das erste Mal, als sie auf einem Feld arbeitete, um Geld für sich und ihre Tochter zu verdienen. Er ist Feldarbeiter und die beiden verliebten sich ineinander. Vor ein paar Monaten kam ihre zweite Tochter zur Welt. Mich interessiert was Gremaldina tut, wenn sie einmal nicht arbeitet. „Freizeit? Hab ich nicht viel!“ , sagt sie mir. „Ich nutze die Zeit am Wochenende für die Hausarbeit: putzen, waschen, kochen, alles was ich in der Woche nicht schaffe.“ Da Gremaldina sich kein Obst oder Gemüse leisten kann, gibt es meistens Getreide oder Brot zum Essen. Wenn morgens die Milch knapp ist, bekommen die Kinder auch schon mal Kaffee. Ich scheine sehr verduzt zu gucken, denn sie hängt schnell hinterher „stark verdünnten Kaffee natürlich.“

Nach all dem, was sie mir über ihr Leben erzählt hat, denke ich, dass sie bestimmt einiges ändern würde wenn sie könnte. Doch sie sagt nur: „Ich hätte gerne ein besseres Haus, sauberer, mit fließendem Wasser.“ Gremaldina glaubt nicht, dass Reichtum glücklich macht. Sie hätte zwar gerne ein größeres Haus, würde aber trotzdem weiter als Erzieherin arbeiten wollen, sonst wäre ihr langweilig.

Auch sie frage ich, was sie über die Rechte der Frauen in ihrem Land denkt und auch sie antwortet, dass es leider noch sehr viele Machos gäbe. Die Männer täten, was sie wollten, sie hätten den stärkeren Charakter und schlagen ihre Frauen und Kinder oft. „Glaubst du die Frauen aus der Unterschicht werden anders behandelt, als Frauen aus der Oberschicht?“, will ich noch wissen. Sie nennt mir ein Beispiel: „Ja. Wenn ich mit meinen Kindern zum Arzt gehe und sie wirklich krank sind, muss ich stundenlang warten. Erst kommen die Reichen dran, die mit der gepflegten Kleidung und der helleren Haut. Wir scheinen nicht so wichtig zu sein wie die!“

Ein wenig nachdenklich verabschiede ich mich von Gremaldina und frage mich: „Wie kann sich ein Land entwickeln, wenn sich die Bevölkerung nicht füreinander interessiert?“

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8 Antworten auf “Peru: Unterschiedliche Welten zweier Frauen”

  1. Nicole sagt:

    Liebe Esther,

    vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Toll, dass du es – trotz der Schüchternheit gerade der ärmeren Bevölkerung – geschafft hast, das Vertrauen von Gremaldina zu gewinnen. Sie freut sich bestimmt, wenn du ihr den Artikel zeigst und ihr ein bisschen übersetzt.

    Liebe Grüße
    Nicole

  2. Antje sagt:

    Hallo Esther,

    da hast du mal ein interessantes Thema aufgegriffen. Danke. Ich selbst habe während meines „Fliegenden Klassenzimmers“ bei Nancy und Jesus gewohnt und später dann das „Landleben“ in Puno und auf Amantaní kennengelernt… Das ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht… Das einzige, was die Familien gemeinsam hatten, war ihre Liebenswürdigkeit, ihre Gastfreundschaft und der Wille, mich voller Stolz in der kurzen Zeit an allem teilhaben zu lassen, was ihr jeweiliges Leben so ausmacht. Wirklich beeindruckend. Mich hat diese Reise sehr geprägt…

  3. Sandra sagt:

    mit deinem Bericht hast du einen Teil des peruanischen Alltags aufgegriffen, der mich damals als ViSozial-Freiwillige auch sehr verwundert hat. Ich glaube, dass ich durch diesen Einblick auch viel über die peruanische Gesellschaft gelernt habe.
    Komisch fand ich damals, dass viele der reicheren Bevölkerung, die typische Kultur Perus mit ihren Tänzen, ihrer Kleidung und ihren traditionellen Sprachen eher als minderwertig ansieht und selbst auch nicht pflegt. Wo doch die ganzen Touristen gerade deshalb ins Land kommen!
    Aber ich habe es auch so erlebt, dass auch seitens der Ärmeren oft ein falsches Bild über „Reichtum“ besteht.
    Ich lasse mich durch Berichte des newsletters immer wieder gerne an meine Zeit in Peru und Bolivien erinnern.
    Danke!
    Sandra.

  4. Esther sagt:

    Hallo liebe Nicole, Antje und Sandra!
    Vielen Dank für eure schönen Kommentare zu meinem Artikel und liebe Grüße aus Arequipa!

  5. Franz Butscher sagt:

    zu dem Kommentar von Antje:
    Hallo Antje,
    Du schreibst, dass Du längere Zeit auf Amantani gelebt hast. Vor Jahren habe ich auf Bitten eines Bekannten Spendengelder nach Puno gebracht und dort einem Mann namens Jose aus Amantani übergeben. Er wollte Sie für die vielen Waisenkinder auf Amantani, die er betreut, verwenden. Ganz vertrauenswürdig kam mir die Sache allerdings nicht vor. Neulich erhielt ich einen Brief von Jose, in dem er mich bittet, ihm wieder mal Geld zukommen zu lassen.
    Meine Frage: Gibt es auf Amantani überhaupt eine organisierte Waisenbetreuung und wer leitet sie.
    Im Voraus vielen Dank für die Antwort.
    Franz

  6. Angela aus Heidelberg sagt:

    Hallo Esther, interessant was Du hier schreibst, einige Sachen kommen mir bekannt vor, ich möchte nicht unhöfflich sein,aber diese Unterschiede von „arm“ und „reich“ gibt es auf der ganzen Welt,selbts hier in Deutschland,ich kenne viele Leute Arbeitslose,Besitzer von Verlag,Besitzer von Firmen, Leute mit Migrationshintergründen oder nur rein deutsche Familien,ich sehe und erzähle in Perú auch diese Erfahrungen mit diesen Schichten,kaum zu glauben aber es ist wahr.
    Nun, ich habe auch eine private Schule in Cusco besucht, ich hatte eine persönliche Kinderfrau und meine Brüder auch seine eigene, eine Kochfrau hatten wir auch…bis heute haben wir immer noch Kontakt, weil sie alles uns lieb haben und sie haben sich eine besseres Leben erfüllt in dem sie bei uns gerabeitet haben, sie haben etwas verdient und wenn sie kleine Kinder auch hatten, konnten diese Kinder auch zur Schule gehen,meine Flora,so ist der Name meiner Nanny,konnte auch abends die Schule besuchen und ihre Kleine Geschwister tagsüber, sie waren geschützt bei uns und wie Familienmitglieder behandelt, nicht immer läuft das leben so friedlich,aber wir hatten das Glück mit unseren lieben Helfern.
    Ich möchte ein Hinweis für den Leser geben dass ich vermute dass Gremaldina in en Pueblo joven lebt, oder ein Asentamiento Humano, Du kennst sicher das Wort „invasores“entschuldige wenn ich mich irre, aber in diesen Ort das Leben, das Überleben nicht immer einfach, da fehlt das Wasser, bequeme Toiletten und Strassen, aber cih vermute es ist ihr eigenes Dach und das ist gut so, etwas eigenes,ich weiss auch dass es in eine Zukunft das Wasser bei ihr fliessen wird, dass ihr Haus viel besser sein wird, weil meine Flora in einem ort von Cusco auch ihre Familie so hatte, nun hat sie eigene Dach über den Kopf sowie die Geschwister die mittlereweile in Lima sind…alle wollen nach Lima.
    Beim Arzt ist wie in Deutschland…privat versichert kommt zuerst dran…das hören wir hier oder? in Perú wenn Du 50 oder 80 soles für die „consulta“ hast…Du weisst dass dort alles im Vorkasse bezahlt wird…es sei denn ist bei „el Seguro“ versichert…was nicht immer „Vorrang“ hat wie wenn du bares Geld hast, wenn Gremaldina zum Arzt geht ist wahr dass sie lange warten muss,aber sicherlich bezahlt sie auch sehr wenig oder nichts wenn der Arzt ein gutes Herz hat,aber für arme Leute gibt es in jeden Ort,in jeden Dorf eine Posta médica,dort ist alles gratis,kostenlos, diese postas kenne ich persönlcih nicht, aber ich habe Freunde dir dort arbeiten und erzählen dass sie jeden Tag überfüllt sind, die Schlangen sind bereits zu sehen frühmorgens,wenn die Leute bereit sind vor der Tür diese Posta médica zu schlafen…schlafen auch dort!!es ist wahr und bestimmt hast Du diese postas schon gesehen, aber wenn der Patient zum privaten Arzt geht,muss auch bezahlen,wie hier in Deutschland…ohne Versichertenkarte gibt es kein Service…ohne die 10 Euro (pro Quartal) gibt es auch keine Chance.
    Da ist etwas was mich erstaunt hat…in deine lezten Zeilen, Zitat:
    Ein wenig nachdenklich verabschiede ich mich von Gremaldina und frage mich: “Wie kann sich ein Land entwickeln, wenn sich die Bevölkerung nicht füreinander interessiert?”
    Bestimmt hast Du damit gemeint die Entwicklung unserer Metalität,das muss deutlicher geschrieben werden, weil das Land ist schon „entwickelt“, meine Leute,die peruanos,die latinoamericanos…uns allen fehlt eine bessere Sicht für die Mitmenschen, für die eigene Leute,die machos,die können wir nicht aus der Welt schaffen…aber in der Erziehung liegt die Zukunft und in den Schulen(in Perú) werden viele neue Methoden beigebracht,damit die Kinder,Mädchen und Jungen ihre Rechte und Plichten erkennen und ausüben…ich möchte mich nicht erweitern, ich hoffe keine Person interpretiert mein Text falsch.Ich lese mit großer Interesse die Texte,ich lebe seit fast 17 jahre in Deutschland aber ich kenne auch die lage meines Landes.Liebe Grüsse an alle.Angela

  7. Cecilia sagt:

    Hola Esther,
    Espero que puedas leer el comentario en espanol que te escribo. Yo soy peruana y vivo desde hace casi 20 anos en Alemania. Provengo de una familia indigena y de clase obrera. Mi madre solamente visitó el 2do. ano de primaria y trabajó como obrera de limpieza en un instituto de ensenanza de idiomas extranjeros. Con 30 anos mi padre la abandonó pero a pesar de esta difícil experiencia ella con su espíritu y carácter luchador nos sacó a mí y a mis hermanos hacia adelante, dándonos lo más importante y valioso que se requiere para un exitoso futuro que es una buena educación. Con la historia de mi madre quiero describir las difíciles y duras situaciones con las que permanentemente las mujeres „indígenas“ del Perú son confrontadas. Desde la época del colonialismo y hasta hoy la estructura patriarcal y la discriminación racial en contra de los indígenas continua siendo un fenómeno actual y fuertemente encajado no solamente en la sociedad peruana sino en toda Latinoamérica.
    Mi madre al igual que la familia de Angela ayudó también a mucha gente pobre como ella. Ese „espíritu solidario“ que aprendí de mi madre lamentablemente no existe más en las actuales generaciones. Los jóvenes tanto en el Perú como en Alemania están creciendo con una mentalidad más individualista.
    Algo más que quiero expresar en este comentario es que no comparto la opinión de Angela cuando ella dice que „pobres y ricos hay en todas partes del mundo como por ejemplo en Alemania“. Según mi opinión ser „pobre o rico en Perú“ no es igual la dimensión de ser „pobre o rico en Alemania“. En Perú „ser pobre“ especialmente para „una mujer“ significa una lucha de supervivencia y mantenimiento de la dignidad. En los países industrializados como Alemania existen sistemas de salud y seguridad social que no son comparables con los de los países con una alta tasa de pobreza y deseempleo como es el del Perú.
    Mi única esperanza es que las próximas generaciones cambien esta mentalidad patriarcal, desarrollen más la mentalidad solidaria en nuestra sociedad y que el nivel de educación de la población indígena se mejore con el fin de acabar con la alta tasa de analfabetismo que permite la discriminación y explotación especialmente de las mujeres y de las ninas. Por supuesto la tarea de proporcionar un buen nivel de educación a nuestros ninos, jovenes y adultos debe de estar solamente en las manos de profesores y docentes con una buena formación y cua-/calificación universitaria.
    Querida Esther espero que en el futuro más europeos tengan el mismo interés y coraje como tú para conocer e intercambiar experiencias entre los continentes del SUR y del NORTE.
    Otro deseo muy grande que tengo es que el vínculo y negociaciones entre estos continentes sea bajo la base de „Fair Play“ y no de „Explotación“.
    Con mis mejores saludos desde el Norte de Alemania y también desde Lima,
    Ceclia

  8. geraldine martinez perez sagt:

    hola yo quiero ir alemania por una año si algien me kiero ayudar hay les dejo mi correo muchas gracias que dios lo ventiga hasta luego

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