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Marktbesuch in Peru: "Darf's noch etwas mehr Glück sein?"

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Ein Besuch auf dem Markt ist, wie ich finde, immer ein ganz besonderes Erlebnis. Es gibt so viel Auswahl an Obst- und Gemüsesorten, Fleisch und Käse, Schnittblumen und Fisch. Verschiedenste Gerüche mischen sich mit den Rufen der Marktleute, die ihre Waren anpreisen. Das Ganze bildet ein kunterbuntes Durcheinander, in dem es immer etwas Neues zu entdecken gibt.

Der San Camilo Markt im Zentrum von Arequipa ist dabei keine Ausnahme. Auch hier gibt es eine Vielzahl an Waren, angefangen bei Lebensmitteln über Blumen, Kleidung, Stoffe bis hin zu lebenden Tieren. Auf den ersten Blick bietet der Markt das gleiche Angebot wie die Märkte bei uns daheim. Doch bei einem genaueren Hinschauen findet man die ein oder andere Kuriosität, die es bei uns nicht gibt.

In einem Teil des Marktes befinden sich etwa 20 dicht gedrängte Stände, die mich mit einem intensiven Geruch nach Räucherstäbchen geradezu magisch anlocken. Jeder Stand für sich wirkt schon fast überladen mit Kräutern, Wurzeln, Schmuck, kleinen Fläschchen und großen Karaffen. Während ich durch die engen Gänge laufe und die Auslagen der Stände bewundere werde ich von einer Verkäuferin angesprochen. Sie steht in ihrem Marktstand an einer Ecke und mischt gerade Flüssigkeiten für eine Kundin zusammen. Mit ihrer weißen Schürze wirkt sie fast wie eine Apothekerin. Alina arbeitet seit fast 30 Jahren an ihrem Stand auf dem San Camilo Markt und verkauft Mittel für alle erdenklichen Wehwehchen und Probleme, von Herz-Kreislauf-Problemen über Geldmangel und Liebeskummer bis hin zu Eheproblemen.

Ihre „Medikamente“ sind in allen möglichen Formen erhältlich: als Tropfen, Sirup, Badezusatz, Honig oder Tabletten. Des weiteren hat sie verschiedene Arten von Talismännern und Glücksbringern im Angebot, wie z.B. Ketten, Figuren oder Ziegenhörner. Der wohl ungewöhnlichste Glücksbringer kommt in Form eines getrockneten Lama-Embryos. Dieser wird, so erklärt mir Alina, der Pachamama, also der Mutter Erde geopfert, was Glück bringen soll. Ich wende mich lieber den kleinen bunten Figuren zu, die viele Dinge an sich hängen haben: Samen, künstliche Geldscheine, ein kleines Häuschen und, und, und. Dies sei der Ekeko, so Alina. Er sei eine vermenschlichte Gottheit der Tiahuanacu-Kultur. Wenn man ihn bei sich zu Hause aufstellt bringt er angeblich Glück in jeder Hinsicht des Lebens.

Auf meine zögerliche Frage hin, ob die Dinge und Mittel denn wirklich helfen, antwortet sie mit einem überzeugten „Claro que si!“ – selbstverständlich! Sie meint, ich soll es selbst einmal probieren und schon mischt sie auch mir ein paar Flüssigkeiten zusammen. Ein paar Tropfen aus dem grünen Fläschchen in das braune Fläschchen, noch ein paar Zuckerperlen und ein Tropfen aus dem weißen Fläschchen hinzu und schon sei das Mittel für das Glück fertig. Sie gibt mir ein wenig auf die Hand und sagt, ich solle es zwischen den Händen und im Nacken verreiben. Die Flüssigkeit riecht sehr intensiv nach lieblichem Parfüm.

Anschließend zeigt sie mir weitere Glücksbringer. Sie selbst hat immer einen Magneten in ihrer Geldbörse. Dieser ziehe das Glück an. Auch mir stellt sie für 10 Soles (so viel ist das Glück mir doch wert) einen solchen Glücksbringer zusammen: Auf den ringförmigen Magneten legt sie zwei kleine Hufeisen aus Metall, dann kommen noch zwei Huayruro-Samen hinzu (einen männlichen und einen weiblichen) und noch zwei kleine Holzfigürchen, die Glück in der Liebe und für das Geld bringen sollen. Alles zusammen packt sie in eine durchsichtige Plastiktüte, die ich ab sofort immer bei mir tragen soll, am besten dort, wo das Geld ist.

Ich frage Alina, ob sie auch „böse Mittel“ verkauft, mit denen man andere Personen verfluchen kann. Daraufhin schüttelt sie energisch den Kopf und sagt, dass sie den Menschen helfen möchte und nur gute Dinge anbietet. Die Schachtel mit der Aufschrift „Tripas del Diablo“ (Innereien des Teufels) sei ein Mittel, um Alkoholiker von ihrer Sucht zu befreien, meint sie.

Während ich mit ihr rede kommen mehrere Personen an ihren Stand, die Kräuter, Salben oder anderes kaufen. In Peru ist der Glaube an Glücksbringer und Schamanismus sehr verbreitet. Daher ist Alina mit ihrem Geschäft auch sehr zufrieden. Es kämen jeden Tag sehr viele Leute, die bei ihre Produkte kaufen und von deren Wirkung überzeugt sind.

Nachdem ich mich von Alina verabschiedet habe, streife ich weiter über den Markt. An einem anderen Stand sehe ich, wie gerade ein Saft aus Fröschen zubereitet wird. Angeblich ist dieser – gemischt mit vielen weiteren Zutaten wie z. B. Früchten, Getreide und Bierhefe – unter anderem gut gegen Kreislaufprobleme, Anspannung oder auch bei Problemen in den Wechseljahren oder bei Impotenz. Als ich gefragt werde, ob ich auch probieren möchte, lehne ich dankend ab. Für heute hatte ich erst einmal genug Glück.

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3 Antworten auf “Marktbesuch in Peru: "Darf's noch etwas mehr Glück sein?"”

  1. Angela aus Heidelberg sagt:

    Hola [email protected], nuevamente escribo mi comentario,este texto me agradó mucho y me lleva como siempre de viaje por Arequipa,gracias Melanie por la excelente forma de contar tus vivencias.Los Huayruros son buenos…yo también tengo uno conmigo y mi hija también lo tenía de bebé,eso proteje del mal ojo…asi se evita los malestares como cólicos en los bebés.Hay tanta creencia y bueno se tiene q tener fé y todo parece resultar, yo tengo fé en los huayruros y mi esposo (alemán)también tiene uno en el auto.Sobre las „tripas del diablo“ les puedo contar q realmente es eficaz…pero depende cómo se lo den al „paciente“y de verdad q se deja el alcohol con el tiempo, también hay q saber respetar esas tradiciones y creencias…les cuento q yo tengo respeto por la hoja de coca,porq me leyeron „una parte“ de mi futuro…hace como 11 anios…y „esa parte“ en mi vida la he vivido realmente con el transcurrir de los anios…si ha de ser casualidad lo dejo también en manos de Dios,pero ahora prefiero ya no hacerme leer la coca porq sé q no me harían un cuento…y claro q también depende mucho de quién es la persona q lee la coca, porq hay mucho fanfarrón en mi pais, a mí me leyó un hombrecito muy típico de la sierra (yo soy de Cusco)y mi abuelita…q vivía aún en ese tiempo, me recomendó ese hombrecito q era de su mismo pueblo y muy respetado por su „profesión“ y hablaba solo quechua, asi q en eso de leer la coca hay q tener cuidado. yo estoy contenta de haberme hecho leer la coca en esa época porq necesitaba una orientación…y resultó, como les digo o bien fue casualidad…Saludos,Angela

  2. Melanie sagt:

    Hola Angela! Muchas gracias por tus comentarios y por compartir tus experiencias con nosotros. Es freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Ich bin ganz deiner Meinung, dass auch wenn man selbst nicht daran glaubt, dass Huayruru-Samen Glück blingen, ect. es wichtig ist, den Glauben daran und die Traditionen der Menschen zu respektieren.

  3. Kristina sagt:

    Hallo,
    ja, auf jeden Fall!
    Obwohl ich mich in La Paz ziemlich geekelt habe vor den Lamaföten …

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Der Autor:

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