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Neruda, Skármeta, Allende – drei große Schriftsteller Chiles

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Er ist einer der bedeutendsten Schriftsteller und Dichter Lateinamerikas, war politisch als auch kulturell aktiv, und prägte Chile tiefgreifend. Anfangs schrieb er Liebesgedichte, später aber politische Werke über seine kommunistische Weltanschauung, durch diese er weltweit bekannt wurde. Dieses Jahr wurde in vielen Teilen der Welt mit sein 100. Geburtstag gefeiert.

Die Rede ist von Pablo Neruda, eigentlich Neftalí Ricardo Reyes Basoalto, der am 12. Juli 1904 in Parral, im Süden Chiles, geboren wurde.

Seine Begeisterung für das Schreiben entwickelte sich schon sehr früh. Als er 13 Jahre alt war, schrieb er seinen ersten Artikel für eine chilenische Zeitung, dem noch mehrere folgten. In Anlehnung an sein tschechisches Vorbild, dem Schriftsteller Jan Neruda, legte er sich 1920 das Pseudonym Pablo Neruda an, auch um sein Tun vor seinen Verwandten, vor allem seinem Vater, zu verheimlichen… Während seines Studium zum Französischlehrer, das er 1921 begonnen hatte, veröffentlichte er sein erstes Buch „Crepusculario“ (zu deutsch „Dämmerung“), dass er durch den Verkauf seines Hab und Guts selbst finanziert hatte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte er die Herzen der Chilenen erobert.

Ab 1927 war Pablo Neruda dann in vielen Ländern als Konsul tätig. Die erste Zeit war er in Colombo, im heutigen Sri Lanka, wo er 1930 seine erste Frau, María Antonieta Hagenaar, kennen lernte und mit der er seine erste Tochter hatte. Nach ein paar Länderwechsel, kamen sie 1934 nach Madrid. Als dort festgestellt wurde, dass die Tochter todkrank war, ging es mit dem bisher glücklichen Paar bergab. Er suchte in den Armen der 50jährigen Delia del Carril Trost.

Nach dem Putsch Francos schlug er sich auf die Seite gegen die Putschisten. Er wurde aus dem Dienst enthoben und musste Madrid verlassen. Er ging nach Paris, wo er seinen Gedichtszyklus „España en el corazon“ („Spanien im Herzen“), schrieb. Nachdem er einige Jahre in Mexiko verbracht hatte, trat er 1945 der kommunistischen Partei Chiles bei, woraufhin er 1948 ins Exil floh. Einige Jahre später kehrte er zurück. Auch die beendete Beziehung zu Delia war mitunter der Grund zur Rückkehr). 1957 wurde er Präsident des chilenischen Schriftstellerverbands.

1970 wurde Salvador Allende zum Präsidenten Chiles ernannt. Pablo Neruda, der zuvor von der Kommunistischen Partei als Präsidentschaftskandidat gewählt wurde, lies dem sozialistischen Allende der „Unidad Popular“ den Vortritt. Im selben Jahr ging Neruda als Botschafter nach Frankreich. „Für eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht…“ – mit diesen Worten erhielt er 1971 den Nobelpreis.

Kurze Zeit nach dem Putsch Pinochets und dem Tod des chilenischen Präsidenten und seines Freundes Salvador Allendes, am 23. September 1973, erlag Pablo Neruda in Santiago de Chile seinem Krebsleiden. Seine Beerdigung, die wahrscheinlich nur möglich war aufgrund der vielen ausländischen Presse, wurde zum ersten großen Protest gegen die Militärdiktatur.

Die chilenische, weltweit bekannte Schriftstellerin, Isabel Allende (Nichte des Präsidenten Salvador Allendes) bezeichnete, zu Recht, die Beerdigung Nerudas in ihrem bekanntesten Werk „Das Geisterhaus“ als „symbolisches Begräbnis der Freiheit“.

„Confieso que he vivido“, zu deutsch: „Ich bekenne, ich habe gelebt“ fasst Pablo Nerudas Leben zusammen: angefangen bei seiner Kindheit in Chile, über seine Jugend bis hin zu seinem politischen Leben in Asien und Europa. Die selbstkritische Autobiografie ist anfangs noch sehr geprägt von Liebe und Melancholie, wandelt sich dann aber in die politische Richtung; sein Erzählstil war aber immer geprägt von einer einzigartigen verbalen Kraft. Er schafft es Dinge in Worte zu fassen, die man eigentlich kaum erklären kann. Mit dem Wahlsieg Allendes scheint sich seine politische Weltanschauung realisiert zu haben. Diese wird kurzerhand durch den Putsch Pinochets und dem Tod seines Freundes Allende zunichte gemacht und wandelt sich in eine Welt, die von Folter, Vertreibung und Mord dominiert wird. Drei Tage vor seinem Tod, brachte Pablo Neruda seine Memoiren zu Ende.

Hier geht’s zum Link zum Dokumentarfilm „Allende – Der letzte Tag des Salvador Allende“ vom deutschen Regisseur Michael Trabitzsch
www.allende-der-film.de/.
Am 25.11.04 lief der Film in einigen deutschen Kinos an.

Ein weiterer bekannter chilenischer Schriftsteller ist Antonio Skármeta. Er wurde 1940 in Antofagasta, im Norden Chiles, geboren. Während der Militärdiktatur flüchtete er nach Berlin, wo er bis 1989 blieb und dann wieder nach Chile zurückging. 2000 – 2003 war er chilenischer Botschafter in Deutschland.

Sein 1984 erschienenes Buch „Mit brennender Geduld“ („Ardiente paciencia“) widmete er seinem Vorbild Pablo Neruda. Der Roman geht um den Postboten Mario, der ein großer Fan von Neruda ist, und vergebens versucht seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Doch bald rückt er mit einer großen Bitte hervor: er bittet Pablo um ein Gedicht für ein Mädchen, das ihm sehr gut gefällt. Nach langem zögern willigt er schließlich ein. Nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern. Diese humorvoll geschriebene Geschichte endet mit dem Beginn der Machtübernahme Pinochets…

Man kann hier autobiografische Parallelen des Autors zum Postboten entdecken: als Jugendlicher umschwärmte er die Mädchen mit den Liebesgedichten Nerudas, die er als seine ausgab, und damit Erfolg hatte.

1984 hatte Skármeta selbst sein Buch verfilmt und südamerikaweiten Erfolg gehabt. Die Neuverfilmung des Romans durch Michael Radford unter dem Titel „Il Postino“ („The Postman“) erlangte 1994 fünf Oscar-Nominierungen.

Isabel Allende wurde 1942 in Lima, Peru geboren. Ihr Vater, Bruder von Salvador Allende, arbeitete dort als chilenischer Diplomat. Ihre Kindheit verbrachte sie in Peru, Chile, Bolivien und Beirut. 1958 kehrte sie nach Chile zurück, wo sie dann für die FAO (Food and Agriculture Organization) der Vereinten Nationen arbeitete. 1962 heirate sie ihren Freund Miguel Frías von dem sie 2 Kinder bekam, Paula (1963 – 1992) und Nicolás (*1966). Die nächsten zwei Jahre lebte sie mit ihrer Familie in Brüssel und in der Schweiz. 1966 kam sie nach Chile zurück wo sie für mehrere Zeitschriften arbeitete. Später hatte sie im chilenischen Fernsehen eigene Sendungen. 1975 floh Sie nach Venezuela, wo sie 13 Jahre ihres Lebens verbrachte. Danach lebte sie bis zum Ende der Diktatur in Kalifornien, wo sie ihren zweiten Mann heiratete.

Als 1981 ihr Großvater im Sterben lag, schrieb sie ihm einen Brief, aus dem dann schließlich das Buch „Das Geisterhaus“ („La casa de los espíritus“) entstand.1991 fällt ihre Tochter aufgrund einer Stoffwechselkrankheit plötzlich ins Koma und stirbt 1992. In dem Buch „Paula“ 1994, das aus dem Brief an die im Sterben liegende Tochter entsteht, schreibt sie über ihre Trauer und ihren Schmerz und verfasst ganz unbewußt ein wunderbare Autobiografie.

Natascha Hog – Santiago, Chile

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