Von Grau zu Bunt: Die Top 10 Lima  Sehenswürdigkeiten

Von Kaya 19.04.18 14:16

In diesem Artikel der Top 10 Lima Sehenswürdigkeiten geht es nicht nur um das berühmte Restaurant Astrid&Gastón, die Plaza de Armas und den Parque de las Aguas, versprochen.

Aus mehr als diesen drei Lima Sehenswürdigkeiten scheint die Stadt für viele nicht zu bestehen, dabei sollte man meinen, dass eine riesige Stadt in der Wüste größere Attraktionen aufweisen kann, als einen bunt angestrahlten Wasserpark in ihrem Herzen!

Würde der einzige internationale Flughafen Perus nicht in Lima liegen, die meisten Reisenden würden der Hauptstadt des Andenlandes wohl nicht einmal einen eintägigen Besuch abstatten.

Doch die Umsetzung eines zweiten internationalen Flughafens verläuft in Peru nur etwas schneller als die Pläne um den neuen Berliner Flughafen BER in Deutschland, und so landen Reisende nicht direkt im legendären Inkareich, sondern in der 10-Millionen-Metropole Lima.

 

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An Lima führt schlichtweg kein Weg vorbei, weder für Einheimische, von denen jeder Dritte seinen Wohnsitz in der Hauptstadt hat, noch für Touristen. Doch während die meisten Lima lediglich als zentralen Knotenpunkt für ihre Weiterreise betrachten oder sich nach Ankunft schnellstmöglich auf dem "Gringo-Trail" gen Süden begeben, wo Machu Picchu und der Titicacasee locken, wird leicht außer Acht gelassen, was Lima an schönen Seiten zu bieten hat!

Deswegen folgt nun ein Plädoyer für "die graue Stadt" mit den Top 10 Lima Sehenswürdigkeiten, für die es sich zu Bleiben lohnt.
 

Lima Sehenswürdigkeiten #1: Limas Restaurants

Ein Besuch in einem der zahlreichen renommierten Restaurants Limas ist ein absolutes Muss! Immer und immer weiter steigt die peruanische Küche in ihrem Ansehen, gleich zwei Restaurants in der Hauptstadt zählen gar zu den besten zehn Restaurants der Welt! Auf Platz 5 landete das Central in Lima, auf Platz 8 das Restaurant Maido.

Astrid y Gastón, das berühmte Restaurant vom peruanischen Starkoch Gastón Acurio, befindet sich immerhin auf Platz 33. Wir haben Gastón Acurio in Lima getroffen sowie den Film Buscando a Gastón mit den Augen verschlungen und können euch einen Abstecher in sein Lokal oder eines der weiteren besten zehn Restaurants in Lima nur dringend ans Herz legen.

 

Ein Surfer vor dem Rosa Nautica an der Küste von Miraflores. Ein Surfer vor dem Rosa Nautica an der Küste von Miraflores.

 

Besonders malerisch gelegen ist das Restaurant La Rosa Nautica auf einem weiten Steg vor der Costa Verde. Ebenfalls an der Küste, jedoch auf steilen Klippen, befindet sich das Salto del Fraile (Mönchssprung) in Chorrilos. 

Der Legende nach stürzte sich hier einst ein Mönch in den Tod, was dem Restaurant seinen Namen verlieh und manch Einheimischen für fragwürdige Fotos dazu bewegt, sich in Mönchskutte an die Kante zu begeben...ein Essen mit Aussicht ist auf jeden Fall garantiert! Wer will, kann sich schon einmal Rezepte aus der peruanischen Küche durchlesen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen!
 

Lima Sehenswürdigkeiten #2: Limas koloniales Zentrum

Kommen wir zu den Plätzen, die unter die bekanntesten der Lima Sehenswürdigkeiten fallen: Da wäre das Herz von Limas kolonialem Zentrum,  die großzügig angelegte Plaza de Armas mit dem pompösen Präsidentenpalast und der Kathedrale von Lima, die wunderschöne Kirche Santo Domingo sowie das nahe Rathaus. Wohin man auch läuft, blickt man auf prächtige Kolonialbauten in Gelb-, Ocker- und Rottönen. Einige Holzbalkone ragen noch in die Straßen herein, die seit Beginn der Neunziger Jahre zum Weltkulturerbe der Menschheit zählen.

 

Die Plaza de Armas von Lima. Lima Sehenswürdigkeiten #2: Die Plaza de Armas von Lima.

 

Wer im bunten und wuseligen Zentrum Limas unterwegs ist, sollte sich neben einem Gang über die Plaza de Armas und die Plaza San Martin, die dem Unabhängigkeitskämpfer José de San Martin gewidmet ist, auf jeden Fall überlegen, auch den Mercado Central zu besuchen.

Auf diesem wird neben Lebensmitteln und Stoffen so ziemlich alles verkauft, was man nur verkaufen kann. Außerdem gibt es hier, wie in fast jeder Hauptstadt, ein "Chinatown". In Limas Fall schließt das Barrio Chino unmittelbar an das koloniale Zentrum an und gibt Besuchern die Möglichkeit, noch mehr Reis zu essen (allerdings in der Chaufa-Variante), Winkekatzen oder einen Kimono für die kommenden Strandtage zu erstehen.

Tipp: Die Kathedrale von Lima ist wochentags von 9:00-17:00 gegen ein Eintrittsgeld von 2,50€ für Besucher zugänglich, samstags jedoch nur von 10:00-13:00, weswegen man sich nicht zu spät ins Zentrum begeben sollte!
 

Lima Sehenswürdigkeiten #3: Cerro San Cristobal

Dreiundvierzig Stadtteile zählt Lima, und auch wenn man deren Übergang oftmals nicht so genau ausmachen kann, ist es doch immer eine gute Idee, sich das Ganze mal von oben anzusehen. Das gelingt am Besten vom Cerro de San Cristóbal aus. Hier, neben einer weißen Jesusstatue, erlangt man den besten Überblick über Limas gigantische Ausmaße.

 

Die Sicht auf das nächtliche Lima vom Cerro San Cristobal. Die Sicht auf das nächtliche Lima vom Cerro San Cristobal. Quelle: Pixabay

 

Tagsüber blickt man auf Straßen über Straßen und glitzrige Autokolonnen, abends über ein funkelndes Lichtermeer, dessen Ende nicht auszumachen ist. Am einfachsten gelangt man mit einem Taxi oder Kleinbus in einer zwanzigminütigen Fahrt ab Limas Zentrum durch steile Straßen zum Cerro San Cristobal. Ist man zur Rushhour unterwegs, muss man für die einfache Fahrt allerdings auch mal bis zu einer Stunde einplanen.
 

Lima Sehenswürdigkeiten #4: Miraflores

Wer in Miraflores unterwegs ist, braucht sich keine Sorgen zu machen, nur noch Spanisch zu verstehen (beziehungsweise nicht zu verstehen)! Alle Expats, die es sich leisten können und nicht bereits in La Molina untergekommen sind, haben sich in Miraflores niedergelassen. So viele amerikanische und europäische Bewohner oder Besucher der Metropole trifft man in Miraflores, dass der Bezirk von manchen Einwohnern auch als "Gringolandia" Limas bezeichnet wird!

 

auch der Parque del Amor an der Costa Verde gehört zu dem Stadtviertel Miraflores. Auch der Parque del Amor an der Costa Verde gehört zu dem Stadtviertel Miraflores.

 

Neben Touristen streunen vor allem zahlreiche Katzen durch die Blumenbeete des Parque Kennedy und laden zum Verweilen ein. Der Park ist der optimale Ort, um sich mit ein paar frischen Picarones oder einem Eis in der Hand und einem Kätzchen auf dem Schoß zwischen den Straßenmusikern auf eine der vielen Bänke zu setzen und mitten im Trubel zur Ruhe zu kommen. Anschließend empfiehlt sich ein Spaziergang zur Huaca Pucllana gen Costa Verde, immer geradeaus dem Meer entgegen!
 

Lima Sehenswürdigkeiten #5: Die Costa Verde

Die Costa Verde erreicht man am einfachsten mit einem fünfzehnminütigen Spaziergang oder einem Taxi ab dem Zentrum von Miraflores (Ovalo de Miraflores/Parque Kennedy). Hier, an der berühmten Steilküste Limas, kann man das ganze Jahr über Paraglider im Himmel und Surfer im Wasser erblicken. Wer nicht direkt zwischen den Surfern am Strand oder den schönen Holzsteg zum Restaurant Rosa Nautica entlang bummeln will (das ist auch ohne Besuch des Restaurants gestattet), läuft oberhalb der Klippen die Grünflächen entlang.

Im Parque del Amor, dem Park der Liebe, ziert eine lange Mosaikmauer voller poetischer Zitate und Verewigungen den Rand des Parks. In der Mitte erhebt sich die "Statur der Liebenden", unter der sich jährlich am Valentinstag Pärchen zu einem Kusswettbewerb versammeln. Wer also im Februar in Lima unterwegs ist, sollte sich das nicht entgehen lassen!

 

An der Costa Verde kann man das ganze Jahr über Paraglider im Himmel und Surfer im Wasser erblicken. An der Costa Verde kann man das ganze Jahr über Paraglider im Himmel und Surfer im Wasser erblicken.

 

Spätestens, wenn die Sonne als rotglühender Ball im Meer versinkt, springt die Faszination der Costa Verde auf einen selbst über, und voll neuer Lima-Liebe würde man am liebsten jeden Abend die Uferpromenade entlang spazieren.
 

Lima Sehenswürdigkeiten #6: Barranco

Barranco gilt als das Künstlerviertel Limas. Bunte Häuser und Restaurants reihen sich hier aneinander, und wer von Barrancos Zentrum den fünfzehnminütigen Weg gen Küste läuft, wird während des Abstiegs auf vielen Stufen Musikanten, Zeichner und Maler treffen.

 

Lima Sehenswürdigkeiten #6: Die Seufzerbrücke "Puente de los Suspiros" in Barranco. Quelle: Wikimedia Commons Lima Sehenswürdigkeiten #6: Die Seufzerbrücke "Puente de los Suspiros" in Barranco. Quelle: Wikimedia Commons

 

Mitten in Barranco erhebt sich außerdem die Puente de los Suspiros, die sogenannte Seufzerbrücke. Die Legende besagt, dass der größte Wunsch derjenigen, die die Brücke beim ersten Mal ohne Atem zu holen überqueren, in Erfüllung geht. Also: Tief einatmen, Luft anhalten und los. Platz zum Träumen gibt es hier genug.
 

Lima Sehenswürdigkeiten #7: Limas Strände

Zugegeben, wenn man an Strandurlaub in Peru denkt, stehen Limas Strände bestimmt nicht auf Platz 1 der Orte, die einem in den Sinn kommen. Im Norden tummeln sich die Surfer und Partygänger an den Stränden Mancora, Huanchaco und Trujillo. Im Süden wiederum wartet die Paracas-Halbinsel mit ihrem Tierparadies sowie die Sanddünen und die Wüstenoase von Huacachina auf halbem Weg nach Nasca. Doch wenn sich der Nebelschleier auflöst und von Dezember bis April strahlendem Himmel Platz macht, heißt es auch in Lima wieder: Sol, Playa y Arena - Sonne, Strand und Sand!

 

Playa Honda in Santa María del Mar, unterhalb der Strände von Punta Negra und Punta Hermosa.

 

Die Einwohner Limas schwören auf die Strände von Asia, die sich allerdings ein gutes Stück entfernt befinden und sich nur bei einem mehrtägigen Aufenthalt lohnen. Einfacher zu erreichen sind die Strände um Punta Hermosa und Punta Negra, die man je nach Verkehr sogar in unter einer Stunde erreicht. Die berühmtesten der Strände sind Playa Caballeros und Playa la Bikini.

Hier finden sich vor allem Studenten unter der Woche und Familien am Wochenende. Sogar eine Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich, hier sollte man jedoch 30-40 Minuten mehr als mit dem Taxi einplanen (Abfahrt ab Puente Primavera con Panamericana oder Puente Benavides con Panamericana).
 

Lima Sehenswürdigkeiten #8: Huaca Pucllana

Die Huaca Pucllana ist ein perfektes Beispiel für all die Wunder, die sich in Lima verbergen. Mitten in der Stadt, nur zwanzig Minuten zu Fuß ab dem Parque Kennedy im Stadtviertel Miraflores, befinden sich die Ruinen jener Pyramide, die zwischen 400 und 500 nach Christus von der Lima-Kultur erbaut wurde.

 

Die Huaca Pucllana in Lima. Quelle: Wikipedia Commons. Lima Sehenswürdigkeiten #8: Die Huaca Pucllana in Lima. Quelle: Wikipedia Commons.

 

Erst in den Neunziger Jahren wurde mit der Restauration der in Vergessenheit geratenen Tempelpyramide begonnen, sie ist bis heute noch nicht vollständig renoviert und zugänglich. Für einen Betrag von umgerechnet circa 4€ kann man jedoch große Teile der Ruinen mit einem Guide besichtigen.
 

Lima Sehenswürdigkeiten #9: Callao Monumental

Fotografen, Jugendliche und Familien pilgern am Wochenende in den Teil Callaos, der laut dem Guardian "von Limas berüchtigstem Drogenviertel durch Künstler zurück zum Leben erweckt" wurde. Nun ist Callao Monumental ein bunter Ort voller kunstvoller Graffitis und Zitaten, die zum Nachdenken anregen. Gemälde und Kunsthandwerk können hier ebenso erstanden werden wie ein leckeres Mittagessen, da sich hier vor allem Kunstgalerien nationaler sowie internationaler Künstler und Restaurants abwechseln.

Bei dem Besuch von Callao Monumental sollte man am Besten bei der Plaza Matriz beginnen und dort auch die Kirche Iglesia Matriz besichtigen. Sogar ganze Touren können für 5€ ab der Plaza Matriz gebucht werden! Von hier aus beginnt dann auch gleich die Straße der Künste, wo bunte Bänder in der Luft wehen, Mosaike Wand und Böden verzieren und man an jeder Ecke auf ein neues Graffiti trifft.

 

Streetart an der Plaza Matriz in Callao. Quelle: A.Pröckl/ B. Köhel Soldevilla. Streetart und die Straße der Kunst an der Plaza Matriz in Callao. Quelle: A.Pröckl/ B. Köhel Soldevilla.

 

Die meisten der Kunstwerke sind der Freiheit, dem Neubeginn und insbesondere der Befreiung Perus gewidmet - ein Thema, das auch den Wandel des Viertels repräsentiert. Als nächstes sollte man unbedingt die Casa Fugaz besichtigen, ein Gebäude, das mit seiner weiten, offenen Architektur beeindruckt und neben zahlreichen Kunstgalerien außerdem über eine Dachterrasse verfügt.

Hier kann man sich getragen von Musik von einer Galerie zur nächsten bewegen und sich schonmal überlegen, ob man noch einen kurzen Abstecher zum Hafen macht oder pünktlich bei Sonnenuntergang an der Costa Verde sein will - Feierabendverkehr nicht vergessen!
 

Lima Sehenswürdigkeiten #10: Puerto del Callao

"Wohin du auch gehst, geh nicht bis nach Callao!" Diesen Satz bekam man in Lima früher fast so oft zu hören wie "Geh nicht nach La Victoria!". Was an sich schon lustig ist, da die peruanische Hauptstadt so angelegt wurde, dass man spätestens bei Abreise nach Callao (Standort des Flughafens) oder La Victoria (Abfahrtsort fast aller Überlandbusse, von denen nur wenige Anbieter wie Cruz del Sur und Movilbus weitere Haltestellen aufweisen) muss. Natürlich sollte man durch diese Stadtviertel, sofern das vermieden werden kann, nicht alleine mit viel Gepäck laufen, doch das gilt eigentlich generell für Großstädte, vor allem nachts.

 

Der Hafen von Callao. Lima Sehenswürdigkeiten #10: Der Hafen von Callao. Quelle: A. Pröckl

 

Tagsüber und in der Gruppe gilt der Bereich um Callao Monumental mittlerweile jedoch als beliebtes Ausflugsziel für Touristen, siehe Lima Sehenswürdigkeiten #9. Auch der Puerto del Callao, der Hafen von Callao, der einst zu den wichtigsten Häfen Südamerikas zählte und noch immer Limas Anlegepunkt für nationale und internationale Frachten ist, ist einen Abstecher wert. 

Wer will, kann außerdem das Schifffahrtsmuseum von Peru besuchen, das sich - natürlich- direkt neben der Anlegebucht befindet.  Noch immer wird Callao in keinem Reiseführer erwähnt, doch wer schon die Kunst von Callao Monumental bewunderte, sollte es sich nicht nehmen lassen, auch gleich die Schiffe vor Lima im Pazifik schaukeln zu sehen. So manch einer vergleicht Callao mit seinen bunten Häusern und der Meeresnähe sogar mit einem "heruntergekommenen Barranco im Wandel". Und, schon neugierig geworden?

 

Lima, Lamas, Liebe! Lima, Lamas, Liebe! Streetart in Callao. Quelle: A.Pröckl.

 

Keine Frage, Lima ist laut, riesig und GRAU - vor allem von Mai bis Oktober. Doch Lima ist auch bunt, steckt voller Geheimecken, toller Ausgehmöglichkeiten und ist immer für eine Überraschung gut.

Die Vielfalt der Metropole zeigt sich jenen, die länger als einen Augenblick verweilen oder die sich auch - mal mehr, mal weniger beabsichtigt- länger in einem der Kleinbusse aufhalten und sich auf einmal in einer anderen Welt befinden.

 

Welcher Ort hat dich auf deinen Reisen positiv überrascht? Hast du noch einen Geheimtipp für Lima?

 

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Tags: Lima, Top 10, News, Reisetipps

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