Südamerika Reisen mit viventura
030 6167558-0

wochentags 9-22 Uhr
Sprechen Sie mit einem Spezialisten

Weihnachten in Bolivien

0 Flares 0 Flares ×

Navidad_Noel_ChristmasVorfreude ist eben doch die schönste Freude…
Es ist die Zeit der Freude, die Zeit des Teilens und auch die Zeit des Feierns. „Wir müssen früh einkaufen gehen,  später ist es voll auf dem Markt und dann wird die Zeit knapp“. Sätze wie diese – meist kommen sie von Müttern oder Omas – lassen uns wissen: Weihnachten ist da und heute ist endlich Heiligabend. Das Weihnachtsfest ist spürbar: während die Kinder der Familie zuhause spielen, erledigen die Erwachsenen die verbleibenden Aufgaben.

Sie kaufen auf dem Markt die Zutaten für das abendliche Weihnachtsessen oder besorgen die letzten Weihnachtsgeschenke. Der Rest der Familie beginnt mit den häuslichen Vorbereitungen und kümmert sich um die lieben Kleinen. Alle flitzen durcheinander, lachen und freuen sich über die Ankunft weiterer Verwandter.

Auch wenn Weihnachten besonders an Heiligabend greifbar wird, begleitet die Vorfreude auf dieses Fest die Bolivianer das ganze Jahr hindurch. Die konkreten Vorbereitungen starten bereits am ersten Dezember mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes. In der zweiten Dezemberwoche gilt es dann der Weihnachtskrippe – die in Bolivien auch als „nacimiento del niño“ (Geburt des Kindes) bezeichnet wird – Leben einzuhauchen. Hierfür werden die Stall-Nachbildungen zunächst mit verschiedensten Materialien (Farnkraut, Stroh, Holz) versehen. Schließlich werden neben  den Figuren von Maria, Josef und den heiligen drei Königen auch einige Tiere darin platziert. Die Figur des Jesuskindes wird jedoch – anders als bei uns – erst um Mitternacht in die Krippe gelegt.

In den Tagen vor Heiligabend steigt die Anzahl derer, die noch die letzten Geschenke kaufen fast stündlich. Die Geräusche elektronischer Spielzeuge mischen sich dann mit Weihnachtsmusik und den Stimmen fröhlicher Menschen. Reißenden Absatz finden nicht nur Geschenke, sondern auch die sogenannten Panetones, süße Kuchen mit Rosinen und Trockenfrüchten oder Schokolade, die es nur zu dieser Jahreszeit, dafür aber in allen Größen und Preisklassen gibt.

Auch in den Firmenbüros ist die Weihnachtsstimmung deutlich wahrnehmbar. So werden in der Woche vor Heiligabend die sogenannten „canastones“  verteilt. Sie enthalten in der Regel einen panetón, eine Flasche Sidra (eine Art Apfelwein) oder Sekt, Schokolade, Kekse, Dosenmilch, Marshmellows. Am 24. Dezember wird zwar nur bis mittags gearbeitet, dennoch schauen alle ständig auf die Uhr und sehnen das Arbeitsende herbei um endlich zu den Feierlichkeiten übergehen zu können. Unter den Kollegen werden dann Geschenke und gute Wünsche ausgetauscht und es liegt Liebe in der Luft (wie es eine berühmte Liedzeile ausdrücken würde).  Am Nachmittag wird die Arbeitstätigkeit also eingestellt und die Straßen füllen sich innerhalb kurzer Zeit mit Menschen und Autos. Dank des hierdurch entstehenden Verkehrschaos ist es manchmal ratsamer zu Fuß zu gehen.

panettone_classico

Panetone

Endlich ist er da, der heilige Abend!

Bolivien ist ein vielfältiges Land und reich an Traditionen, die sich je nach Region unterscheiden. Die Zubereitung der berühmten „Picana“ – verschiedene Fleischsorten in würziger Soße – dem traditionellen Weihnachtsgericht Boliviens ist jedoch landesweit fester Bestandteil des heiligen Abends. Überall duftet es dabei nach verschiedenen Gewürzen, gelber Chili und den drei Fleischsorten (Hühnchen, Rind, Schwein), die diese Speise enthält. Der köstliche Duft sorgt regelmäßig dafür, dass einige bereits weit vor Mitternacht dem Essen ungeduldig entgegen fiebern. „Una musiquita!“ („ein bisschen Musik“) ruft jemand um die Feier zu beleben. Todmüde vom vielen Spielen gehen die Kinder schließlich ins Bett. Um 23.30 Uhr werden sie wieder geweckt, um sich mit der Familie an den weihnachtlich dekorierten Esstisch zu setzen. Es wird natürlich eine besondere Tischdecke aufgelegt und auch das feine Porzellan kommt zum Einsatz. Mitternacht rückt immer näher! Oma, Tochter und Enkelin bringen daher die mit Picana gefüllten Teller an den Tisch. Nun ist es Zeit für einen Toast: Das Familienoberhaupt erhebt sein Sektglas und spricht seiner Familie gute Wünsche aus. „Salud!“ (Prost) antwortet diese einhellig und endlich wird die „Picana“ genossen.

In Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens, wird ein weiterer Brauch gepflegt. Dort finden sich die Kinder in Gruppen zusammen um von  Haus zu Haus zu ziehen und zu erfragen, ob es eine Weihnachtskrippe gibt. Wird dies bejaht, treten die Kinder ein, tanzen und singen vor der Krippe. Die Großeltern machen Witze und tanzen trotz ihres Alters wie früher. „Los, los, wir müssen das Jesuskind mit Freude erwarten“ sagen sie um die Feier weiter zu erheitern. Es gibt also viele Arten auf Mitternacht zu warten, aber wenn der Moment dann gekommen ist, ist das Bild in vielen Familien das Gleiche: Gemeinschaft, Liebe und Freude.

Ein typischer Weihnachtstag beginnt süß und fettig

Nachdem die Kinder (erneut) zu Bett gegangen sind, dauert das Beisammensein der restlichen Familie nicht selten bis in die frühen Morgenstunden an. Für die Erwachsenen heißt es am nächsten Tag aber trotz Müdigkeit früh aufstehen. Der Grund: das Weihnachtsfrühstück! Hierfür stehen am Morgen des 25. Dezember viele Mütter in der Küche, oftmals versteckt hinter einem dicken Rauch-Vorhang, der sich beim Frittieren der „Buñuelos“ (Mehlteig mit Wasser und Milch, frittiert in Öl) bildet. Ab und an gesellt sich ein weiteres Familienmitglied hinzu und beginnt mit dem Teig zu spielen und versucht ihm die runde Form zu geben. Ja, die Herstellung von „Buñuelos“ ist in der Tat eine wahre Kunst! Eine kleine Menge Anis verleiht ihnen den süßen Geschmack. Auf einer weiteren Herdplatte beginnt derweil die heiße Schokolade zu kochen, es ist also höchste Zeit zum Frühstücken! Alle nehmen am Tisch Platz und ein jeder steht vor der schwierigen Wahl, die Schokolade mit einem hausgemachten „Buñuelo“ oder einem Stück traditionellen Panetón zu genießen.

Nach einer Ruhepause folgt zumeist der Aufbruch zum Verwandtenbesuch oder einem Familien-Spaziergang. In den Parks beobachten Väter ihre Kinder beim Spielen mit den neuen Geschenken, in den Häusern widmen sich manche Familien bereits dem Mittagessen und genießen die Reste der am Heiligabend zubereiteten „Picana“, die am Folgetag ohnehin noch besser schmeckt! Begleitet von viel Plauderei wird es schließlich Abend und so geht Weihnachten ein weiteres Mal zu Ende. Den Kindern bleiben ihre Spielzeuge, den Erwachsenen der Geschmack der Weihnachtsküche und den Jugendlichen die Aufregung bald das neue Jahr begrüßen zu können.

Erzählen Sie uns von den Weihnachtsbräuchen in Ihrem Land. Was kommt bei Ihnen typischerweise auf den Weihnachtstisch?

Der Artikel wurde von Vivel Romero in La Paz, Bolvien geschrieben und ins Deutsche übersetzt von Janine Ross.

Foto Quellen:
1. Weihnachtsdekoration von smileater

Share Button

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

Viventura Reisen

viventura
viventura ist dein Spezialist für Rundreisen in Südamerika und bietet innovative Abenteuerreisen zu einem top Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank einem Direktvertrieb und den exklusiven Büros vor ... weiterlesen

Folgen Sie uns!

Suche

Unsere bestbewertete Reise:

Peru Bolivien

Tweets von @viventura_de

viExplorer

Peru Bolivien Chile

24 Tage, inkl. Flüge
3 Länder, Machu Picchu & Salzwüste
  • 3 Metropolen: Lima, La Paz, Santiago
  • Auf Inkapfaden nach Machu Picchu
  • Übernachtung bei Bauern am Titicacasee
  • Uyuni: Die größte Salzwüste der Erde

ab 4099 EUR