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5 peruanische Tänze, die Sie kennen sollten

Von Viventura 03.06.10 04:03

Peruartikel TänzeKönnen Sie sich vorstellen, dass es in einigen Gegenden der Welt seit 10000 Jahren Musik und Tanz gibt? Dank der jüngsten archäologischen Funde von Musikinstrumenten, geht die Geschichte der Musik in Peru nämlich auf diesen angesprochenen Zeitraum zurück. Und wir wissen alle, wo Musik entsteht, präsentieren sich auch die entsprechenden typischen Tänze, die der Musik ihren Ausdruck verleihen. In Peru gibt es eine unheimlich große Vielfalt an Bräuchen, die man in den verschiedenen Tänzen der verschiedenen Regionen wiederfinden kann.

Alleine in der Gegend des Titicacasees gibt es alleine 300 verschiedene Tanzformen. Wir möchten Ihnen die markantesten Tänze der verschiedenen Gegenden Perus vorstellen.

marinera

Der Marinera bekommt mit dem Element des Pferdes eine zusätzliche Eleganz

1. Der Marinera findet seinen Ursprung an der Küste Perus. Er wird auch als Nationaltanz angesehen und stammt aus der Region La Libertad im Norden des Landes. Es findet sich die Mischung der spanisch-afrikanisch-amerikanischen Ureinwohner wieder und er wird in ganz Peru getanzt. In den verschiedenen Regionen haben sich mit der Zeit eigenen Formen und Varianten gebildet, die sich in drei Kategorien einteilen lassen: 1. der nordische, 2. der küstliche und 3. der bergische Marinera.

Die Eleganz des weiblichen Schrittes, die sanften Bewegungen des Taschentuchs in der Hand und das Klappern der Kastagnetten sind essentielle Elemente des Marinera. Aber auch die Arroganz der Gestik und der Figur, sowie die Darstellung des Eroberers und Verliebten sind ganz besonders wichtige Komponenten.

alcatraz

Das Feuer spielt eine entscheidene Rolle beim Alcatraz

2. Den Alcatraz finden Sie entlang der Küste in Richtung der peruanischen Hauptstadt Lima. Er ist ebenfalls ein ganz populärer Tanz afro-peruanischen Ursprungs und wird hauptsächlich in der Provinz Chincha getanzt. Es ist ein sehr erotischer, festlicher Tanz. Das gewöhnlich unterstützende Instrument ist die Kistentrommel. Der Musiker sitzt auf ihr, was sehr selten ist, und begleitet so die Tänzer. Der Mann und die Frau haben jeweils ein Stück Papier an der hinteren Taille befestigt und der Mann versucht mit einer brennenden Kerze die Papiertüte anzünden, während die Frau ihre Hüften schwingt.

Tanz Peru 1

Der Huyano, vorgeführt bei einem Folklorefest (von antitezo)

3. Den Huyano finden Sie in den Bergen Perus, genauer gesagt ist er das populärste Genre der Andenmusik und gleichzeitig der weit verbreitetste Tanz in den peruanischen Anden. Er wird viel während Feierlichkeiten, wie auch zu den verschiedensten Ritualen getanzt. Sein Ursprung lässt sich sogar bis zu den Zeiten des Inka-Reiches zurückverfolgen. Sicherlich wurde er bis heute auch durch äußerliche Einflüsse modifiziert und verändert. Der Huyano wird von Paaren mit relativ wenig körperlichen Kontakt getanzt. Der Mann fordert die Dame direkt mit dem ausgetreckten Arm zum tanzen auf. Dann machen sie einen nachgestellten "Spaziergang". Es ist ein Stepptanz, in dem der Mann die Dame verfolgt. Ihre Bewegungen sind fröhlich und boshaft zugleich. Die begleitenden Instrumente sind die Flöte, das Charango, die Mandolie und die Geige, sodass der Huyano von sanften Streichmusik begleitet wird.

4. Der Witti ist im südlichen Hochland von Peru, im berühmten Canyon von Colca, entstanden. Er erzählt die Geschichte eines heranwachsenden Mannes, der sich in ein junges Mädchen verliebt hat. Sie lebt allerdings in einem Gebiet der Rivalen, weshalb er nie zu ihr kann. Eines Tages nutzt er die Möglichkeit und schleicht sich verkleidet als Frau auf ein Dorffest und entführt sie. Der Originaltanz ist geprägt durch christliche und lokale Einflüsse. Letztere sind klar auf die Inkakultur zurück zuführen. Der Tanz besteht aus mehreren Choreographien. Eine dieser lässt die Männer einen kleinen Kreis bilden, der von dem größerem Kreis der Damen umschlossen wird. Wenn die Musik stoppt, beginnen die Männer mit dem Gesang, worauf die Frauen ebenfalls singend antworten.

diablada

Die Diablada-Feierlichkeiten drücken die Rivaltität zwischen Gut und Böse aus

5. Der Diablada wird an der Grenze zu Bolivien, in der Gegend des Titicacasees getanzt. Dieser Teufelstanz repräsentiert den Kampf zwischen Gut und Böse. Der wichtigste Teufel trägt eine Maske in der Form von Reptilien, die mit Gold und Silber überzogen ist. Er hat Ohren wie ein Frosch, Stoßzähne in seinem Mund und riesige Hörner. Sie wurden aus Gips und später aus Metall hergestellt. Die anderen Teufel tragen ebenfalls bunte Masken mit Hörnern und bunten Kostümen. Der Engel, der ebenfalls an diesem Tanz teilnimmt, ist mit Flügeln, einem Rock und einem Schwert ausgestattet. Heutzutage wird der Diablada von einem Orchester und einer Band begleitet. Einmal im Jahr wird er bei den Feierlichkeiten in Puno vorgetragen.

Dieses Festival findet sogar heute noch in Gedenken an den Mythus statt, der besagt, dass die beiden Kinder Manco Cápac und Mama Ocllo des Schöpfergottes Wiracocha, auf der Sonneninsel ausgesetzt, in Puno an Land gegangen sind. Von dort sind sie weiter nach Cuzco gezogen, wo sie schließlich das Inka-Imperium gegründet haben.

Kennen Sie noch weitere typische peruanische Tänze oder haben Sie schon mal einen live beobachten können? Dann erzählen Sie uns doch von Ihren Erfahrungen? Wir sind sehr gespannt!

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